Die spanische Tourismusmesse Fitur scheint die Talsohle durchschritten zu haben. Nachdem in den letzten Jahren die Anzahl der beteiligten Unternehmen und die Ausstellungsfläche stetig schrumpften, konnte die zweitgrösste Tourismusmesse der Welt in diesem Jahr erstmals wieder zulegen. 9400 Unternehmen (+4%) präsentierten sich auf einer Ausstellungsfläche von knapp 57000 Quadratmetern (+5%). Die Zahl der Direktaussteller, nämlich 690, stieg sogar um 12%.
Die Besucherzahlen hingegen waren schon in den letzten Jahren stetig gestiegen und taten dies auch heuer. 125000 Fachbesucher und eine Gesamtbesucherzahl von 225000 bedeuten einen neuen Rekord.
Traditionsgemäss konzentrierten sich die Besucher auf die Hallen der spanischen Regionen sowie der lateinamerikanischen Vertreter schliesslich gilt die Fitur als wichtiger Link zwischen Europa und Lateinamerika. Zudem vermochten die karibischen und südamerikanischen Aussteller mit opulenten und farbenfrohen Ständen auf sich aufmerksam zu machen. Die asiatischen und arabischen Stände waren hingegen weniger frequentiert.
Auffallend war zudem, dass das Wachstum der Fitur weniger vom Kerngeschäft, also von den touristischen Ausstellern, herrührte, sondern vielmehr von den immer zahlreicheren Nebenschauplätzen und Sonderschauen. Mit «Fitur Shopping» und «Fitur Health» kamen in diesem Jahr zwei neue Bereiche hinzu entsprechend nahmen die Anzahl Stände mit Gesundheits-, Wellness- und Fitnessangeboten sowie die Anzahl Shops für Taschen und dergleichen deutlich zu.
Auch fiel auf, dass sogar an den touristischen Ständen immer häufiger nicht-touristische Produkte wie etwa Souvenirs oder Spezialitäten der entsprechenden Länder verkauft wurden. Die Fitur wird also immer vielfältiger und entfernt sich damit vom Status einer reinen Tourismusmesse.
Annick Cochard, Madrid / Stefan Jäggi



