Ein «Testflug» BrüsselMumbai zeigt, dass die private indische Jet
Airways an Bord ihrer B-777-300ER eines der weltweit attraktivsten
Langstrecken-Produkte anbietet.
Gut schlafen
Die bequeme Economy Class unterscheidet sich wohltuend von den
«Holzklassen» vieler anderer Airlines. Als erste Fluggesellschaft hat
Jet Airways nämlich 274 neuartige Recaro-Sitze installiert, die eine
Sitzfläche von 81 cm haben und sich beim Zurückstellen der Lehne nach
vorne bewegen, sodass ein Winkel von 130 Grad entsteht. Eine Kopfstütze
im Hängematten-Stil und ein Netz unter dem Vordersitz gewährleistet die
Entlastung von Kopf/Genick bzw. der Füsse und Knöchel. Ausserdem hat
jeder Eco-Passagier sein eigenes Leselicht und über das bordeigene
On-demand-Entertainmentsystem Zugang zu einer riesigen Auswahl von
Filmen, Fernsehprogrammen und Audio-Titeln.
Geradezu luxuriös präsentiert sich die Business oder Première Klasse.
Hier muss man nicht von Sitzen, sondern von Wohn-/Schlaf-Einheiten
sprechen. Die 30 Halbkojen, welche im Fischgratmuster schräg nach vorne
angeordnet sind, lassen sich je nach Bedarf in ein Arbeits-, Schlaf-,
Ess- oder Wohnzimmer verwandeln.
Effizient arbeiten
Dank grossem Tisch, diversen Staufächern sowie Anschluss für Laptop,
Telefon sowie SMS- und E-Mail-Versand oder -Empfang lässt sich im Nu
ein Büro einrichten. Wer sich lieber ausruht, kann sein Flat-Bed auf
185 cm Länge horizontal ausfahren und sich den müden Rücken mit der
eingebauten Mechanik massieren lassen. Auf dem 38 cm
LCD-Flachbildschirm könnten mehr als 200 Stunden lang Filme und
Fernsehprogramme angeschaut werden. Ein grosses Plus ist die
Bewegungsfreiheit: Jede Koje grenzt an einen Gang. Eine elegante
Bartheke ergänzt das Angebot.
Positiv zu werten sind Details wie der Schminkspiegel im
grosszügig bemessenen WC, die edlen Bulgari-Crèmes im Overnight-Kit und
die weiche, gefütterte Decke.
Verwöhnen lassen
Punkto Service und Verpflegung kann man Jet Airways ebenfalls ein
Kränzchen winden. Auf besagtem Flug standen in der Business Class vier
verlockende Hauptspeisen, davon zwei vegetarische, zur Wahl. Die
Betreuung war äusserst aufmerksam und freundlich, selbst Extrawünsche
wurden speditiv erfüllt.
Das Nonplusultra des neugestalteten Fliegers sind natürlich die acht
Plätze der ersten Klasse. Jeder Gast hat seine eigene 2,4 m2 grosse
Suite, die sich mit doppelten Schiebetüren vor neugierigen Blicken
verschliessen lässt. Das Bett ist 210 cm lang, der Flachbildschirm
misst 58 cm und der Tisch ist gross genug, um zum Gourmetdinner auf
handbemaltem Porzellan eine zweite Person einzuladen. Dass hier die
modernsten technischen Einrichtungen für Arbeit und Unterhaltung zur
Verfügung stehen, versteht sich von selbst.
Christa Arnet, Indien
