Flitterwochen.ch lässt Honeymoonträume platzen (Ausgabe 2014-46)

Geprellte Hochzeitspaare fordern ihr Geld zurück. Weil der Veranstalter Flüge und Hotels nicht bezahlt hatte, konnten sie ihre Flitterwochen nicht antreten.

Seit Anfang November beschäftigt Ombudsman Franco Muff ein neuer Fall. Bis zum Redaktionsschluss meldeten sich zehn verärgerte Paare bei der Beschwerdestelle, da sie ihre Hochzeitsreise, die sie bei Flitterwochen.ch gebucht hatten, nicht antreten konnten. «Einen Fall, der schon etwas länger zurückliegt, konnten wir retten, den anderen Paaren habe ich geraten, keine Restzahlungen mehr zu tätigen, sofort per Einschreiben vom Vertrag zurückzutreten, die geleisteten Zahlungen zurückzufordern und gegebenenfalls Strafanzeige einzureichen», erklärt Muff auf Anfrage. Die Firma Flitterwochen.ch GmbH wurde laut Handelsregister Ende März diesen Jahres von Marie Christelle Berthelot Wehrli gegründet, Ehefrau von Andreas Wehrli, der wiederum Inhaber von Kaviar Reisen AG und Wehrli Communications ist. 

Die bis dato bekannten Fälle haben alle ihre Flitterwochen im Voraus bezahlt. Flüge und Hotels wurden von Wehrli zwar reserviert, aber Geld ist keines geflossen. So standen verliebte Paare am Check-in-Schalter, wo ihnen ihre Traumreise verwehrt wurde. Andere haben seit der Geldüberweisung vom Reiseveranstalter nichts mehr gehört. Ob die geprellten Hochzeitspaare ihr Geld zurückbekommen werden – es geht um Beträge von CHF 10000 und mehr , ist unwahrscheinlich. Weder Flitterwochen.ch noch Kaviar Reisen verfügen über eine Kundengeldabsicherung. Die Eröffnung eines Konkursverfahrens dürfte wohl nur noch eine Frage der Zeit sein.

Pikant: Unter der leicht modifizierten Domain www.flitter-wochen.ch – Legends Travel hat die ursprüngliche Domain www.flitterwochen.ch übernommen  bieten die Wehrlis immer noch Reisen an. 

NDR