GDS-Anbindung von Easyjet bleibt Commercials vorbehalten (Ausgabe 2007-45)

Bei GDS-Buchungen erhebt Easyjet zudem eine POS-Gebühr.

Am TTW hatte Easyjet angekündigt, bald via GDS buchbar zu sein. Nun wurden mit Amadeus und Galileo bereits Vertriebsabschlüsse unterzeichnet. Damit hat zum ersten Mal eine Low Cost Airline in Europa ihr gesamtes Angebot in GDS platziert.

Jedem Reisebüro zugänglich sind die Easyjet-Flüge aber nicht, sondern nur «berechtigten Reisebüros». Diese hat Easyjet nach Absprache mit den GDS im Prinzip auch schon für die Schweiz definiert. Grundsätzlich sind dies Commercial-Reisebüros oder solche mit hohem Commercial-Anteil; ausgeschlossen sind reine Leisure-Büros und Online-Portale. Easyjet will den Anteil des Unternehmens an Geschäftsreisenden, derzeit bei 20%, mit der GDS-Anbindung deutlich steigern.

Ebenfalls zugelassen sind Reisebüros, die einen hohen Verkaufsanteil in «emerging markets» haben – wie etwa Marokko, wohin Easyjet bekanntlich bald auch fliegt.

Einen «Haken» hat die Anbindung aber: Die Reisebüros können die Technik zwar kostenfrei nutzen. Verlangt wird aber, zusätzlich zum Ticketpreis, eine « Point-of-Sale Fee». Diese beträgt CHF 12.50 (1 Leg), CHF 10 (2 Legs) oder CHF 8.30 (3 und mehr Legs). Damit sollen die GDS-Kosten von Easyjet sowie der Verlust des Zusatzgeschäfts aus Hotel- oder Mietwagenverkauf, den man auf der Website generiert, kompensiert werden. «Unsere Tarife bleiben dennoch problemlos wettbewerbsfähig», fügt Peter Voets (Easyjet) an.

Wann kann man in der Schweiz Easyjet im GDS buchen? Dazu Cornel Küng (Amadeus Schweiz): «Amadeus wird Ende November eine Pilotphase in Deutschland, Frankreich, Spanien und Grossbritannien abschliessen; wenn alles gut verläuft, ist Easyjet sofort danach in allen 215 Amadeus-Märkten weltweit buchbar.» Ermächtigte Reisebüros werden automatisch freigeschaltet und erhalten via Amadeus Ticketless Access Zugriff auf eine eigens entwickelte Oberfläche.

Galileo führt derzeit einen Pilot in Grossbritannien durch; laut Chris Dorner (Galileo) soll die Freischaltung der Schweizer Agenturen Anfang 2008 erfolgen. Buchungen erfolgen «wie bisher gewohnt» über ein neuartiges «LCC-Hub».