Die neue Distributionsstruktur von Swiss (LX) und Lufthansa (LH) mit
Vorzugspreisen, an welche Gebühren bei einer Buchung über GDS gekoppelt
sind, bringt die Reisebranche weiter in Rage.
Hans-Jörg Leuzinger, Präsident des Schweiz. Reisebüro-Verbandes (SRV),
erhält fast täglich E-Mails und Reaktionen aus der Reisebranche. «Die
Nerven liegen blank. Leider sind nicht alle Reaktionen salonfähig. Ich
werde trotzdem weiter mobilmachen und dabei kein Blatt vor den Mund
nehmen.»
Heute Freitag tagt zum ersten Mal die Task Force des SRV, die mit Roger
Zintl (Leiter Capacity Management von Kuoni) ergänzt wurde. «Ich werde
mich aktiv in die Task Force einbringen. Den einen oder anderen Trumpf
haben wir klar in der Hand. Ich will gegebenenfalls auch
wettbewerbsrechtliche Aspekte untersuchen lassen. Klein beigeben werden
wir ganz sicher nicht. Wir müssen unsere Aktivitäten aber richtig
aufgleisen, sachlich bleiben und einen klaren Kopf behalten. Dabei
kommt uns zugute, dass wir ein paar Monate länger Zeit haben als unsere
deutschen Kollegen, die wir in der Sache bestmöglich unterstützen»,
sagt Leuzinger.
Viele Reisebüro-Vertreter geben sich kämpferisch und fordern einen
Boykott, Shifting oder das Anrichten eines Chaos bei Swiss durch
Buchung von fiktiven Flügen und deren Annullationen nach einigen Tagen.
Rudolf Schumacher, Head of Sales & Marketing Switzerland, zeigt
auf, dass Swiss Möglichkeiten zur Überwachung hat: «Swiss überprüft
täglich die Buchungseingänge, wie auch Annullationen. Massive
Veränderungen würden sehr schnell auffallen. Ich gehe nicht davon aus,
dass es Reisebüros gibt, die sich zu einem solch unprofessionellen,
destruktiven Schritt entschliessen würden. Sollte es dennoch zu
fiktiven und missbräuchlichen Buchungen kommen, müssten wir dies von
Fall zu Fall beurteilen und entsprechende korrigierende Massnahmen
ergreifen.»
Partnerschaft von Kuoni und Swiss
Ändert sich die Beurteilung der GDS-Gebühren bei Kuoni durch die
Partnerschaft mit Swiss Verkauf der Edelweiss Air und Vertrieb der
Kuoni-Hotels über die Swiss-Website? Stefan Leser, CEO Kuoni Schweiz:
«Die Partnerschaft und die Diskussionen um die GDS-Kosten haben nichts
miteinander zu tun. Das sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe.»
