GDS und Airlines haben Erste Gespräche geführt (Ausgabe 2008-06)

Kein gemeinsames Vorgehen der GDS und Reisebüro-Verbände.

Die GDS suchen das Gespräch mit Swiss und Lufthansa nach deren
Ankündigung einer neuen Distributionsstruktur. So erklärt Chris Dorner,
Country Manager Schweiz und Deutschland von Travelport GDS (Galileo und
Worldspan): «Travelport GDS sucht den Dialog mit unseren
Airline-Partnern, um die Möglichkeiten einer Lösung zu evaluieren, die
allen drei Parteien zum Vorteil gereicht. Erste konstruktive Gespräche
haben letzte Woche stattgefunden. Weitere Details des
Vorzugspreismodells sind erläutert worden. Es ist noch zu früh, um
weitere Schritte erläutern zu können; die Gespräche mit unseren
Airline-Partnern werden sicherlich fortgesetzt.»

Offen für Verhandlungen ist auch Amadeus. «Amadeus war sowohl vor der
unilateralen Ankündigung seitens LH/LX, wie auch jetzt und in Zukunft
offen, konstruktive Lösungen, die nicht eine einseitige Übervorteilung
zur Folge haben, zu diskutieren und zu verhandeln», meint Cornel Küng,
GM Amadeus Schweiz. Dass die GDS – ähnlich wie die fünf
Reisebüro-Verbände – gemeinsam vorgehen, ist jedoch unwahrscheinlich.
«Hier würden nur schon wettbewerbsrechtliche Argumente – Stichwort
Absprache – dagegen sprechen», so Küng.

Genau so wenig denkbar ist ein Zusammengehen mit den
Reisebüro-Verbänden. «Das Informationsschreiben der nationalen Verbände
zeigt klar deren Position, die GDS nicht unter Druck zu setzen, sondern
uns den Verhandlungsspielraum zu lassen», analysiert Dorner. Dies sieht
auch Küng so: «Obgleich das Thema als ‹Dreieckverhältnis› erscheinen
mag: Rechtlich und auch sachlich gesehen sind es jeweils bilaterale
Beziehungen. Die Verhandlung über GDS-Buchungsgebühren ist eine Sache
der Parteien Amadeus und Airlines. In Analogie dazu sind die
Konditionen für das Vertriebsmodell zwischen Airlines und Reisebüros,
respektive den Interessenverbänden der Reisebüros, Gegenstand von
Verhandlungen jener Parteien. In diesem Kontext hat auch der SRV klar
zum Ausdruck gebracht, sich nicht von den Airlines instrumentalisieren
zu lassen.»   

CP