Grund zum Feiern: Seit zehn Jahren fliegt die rote Antilope von Doha nach Zürich (Ausgabe 2014-42)

Der arabische Carrier Qatar Airways befindet sich hierzulande auf stetigem Wachstumskurs.

Im Jahr 2004 startete Qatar Airways (QR) mit einem A319 ihren ersten Flug von Doha nach Zürich. Damals bestand das globale Netzwerk der Golf-Airline aus ganzen 50 Destinationen. Zehn Jahre später steht je ein täglicher Flug ab Zürich und Genf zu mehr als 150 Zielen weltweit auf dem Programm. Künftig will Qatar den Schweizer Kunden noch mehr Destinationen und Verbindungen anbieten. Nächstes kleines Etappenziel: einheitliche Flugzeiten ab Genf von November an. 

Ein Meilenstein in der zehnjährigen Qatar-Schweiz-Geschichte war der Erstflug des Dreamliners nach Zürich im Januar 2013. Als Kunden mit «Fokus auf hohe Produktqualität» sei die Reaktion der Schweizer auf den Dreamliner «über die Massen positiv» und werde entsprechend mit Loyalität belohnt, sagt Qatar-Schweiz-Chefin Morena Bronzetti. Die Schweizer seien ohnehin besonders offen für Neues. «Der Dreamliner ab Zürich gewährt zudem einen Einblick in unser künftiges Business-Class-Produkt mit seinem komfortablen 1-2-1- Layout», so Bronzetti. Seit im März 2014 zwischen Doha und Genf der A320P zum Einsatz kommt, kann Qatar Lie-Flat-Sitze auf allen Flügen ab der Schweiz anbieten. Aber auch um die Economy-Kunden bemüht man sich, etwa mit kostenloser Sitzplatzreservierung, WLAN, 30 Kilo Freigepäck und Champagner inklusive. 

First-Class-Produkte bietet die Airline mit dem bordeauxroten Oryxantilopenkopf nur in den Märkten an, die dies auch verlangen. Ansonsten setzt man wie in der Schweiz voll auf die Business Class. Bronzetti: «Wenn Sie die harten Fakten berücksichtigen wie Sitzabstand, Sitzbreite, Bettlänge und Bettbreite, dann haben wir auf dem Dreamliner ab Zürich bereits eine Super Business Class. Viele unserer Mitbewerber in der Schweiz bieten ein vergleichbares Produkt noch nicht einmal in der First Class an.» Derzeit wird die Business-Class-Kabine des A330 aufgerüstet, um bald netzwerkweit ein Lie-Flat-Bett anbieten zu können. Damit wolle man auch First-Class-Kunden von Wettbewerbern ansprechen.

Seit einem Jahr gehört Qatar zur Airline-Allianz Oneworld. Geschäftsreisende profitieren vom Lounge-Angebot, zum Beispiel am neu eröffneten Flughafen Hamad International in Doha (inklusive Kunstgalerie) und vom Vielfliegerprogramm Privilege Club. Aber auch für den globalen Vernetzungsplan der Airline ist die Mitgliedschaft entscheidend. So wurde bereits eine strategische Vereinbarung für die Flüge zwischen Doha und Hongkong mit Cathay Pacific getroffen. Dasselbe gilt für Vueling mit Hubs in Rom und Barcelona. Weitere Partnerschaften mit Oneworld-Mitgliedern seien geplant. 

Neben Doha gehören für Qatar-Passagiere Ziele im Mittleren Osten sowie China und Singapur zu den wichtigsten Business-Destinationen. Im Leisure-Bereich steht Thailand klar an der Spitze. Danach folgen Ziele wie Vietnam, Myanmar, Indonesien und die Malediven. 

Um die internationalen Zukunftsvisionen von Qatar umreissen zu können, lohnt sich übrigens ein Blick auf die Einkaufsliste der Araber. Aktuell sind unter anderem 80 A350, 80 A320 Neo und 55 Dreamliner bestellt. Das Durchschnittsalter eines Qatar-Flugzeugs beträgt fünf Jahre.  

Stephanie Günzler