Das Vorzugspreismodell dürfte sich auch auf die «Unpublished Fares»
auswirken, wie TI-Recherchen ergeben haben. Im Falle von Lufthansa (LH)
Swiss (LX) hat als Homecarrier in der Schweiz nur «Published Fares»
wären die «LH only»-Tarife und die «Corporate Net Rates» betroffen.
Im Gegensatz zu «Published Fares», auf die alle Reisbüros in den GDS
Zugang haben, handelt es sich bei den «Unpublished Fares» um Tarife,
die eine Fluggesellschaft durch eine individuelle Freischaltung im GDS
nur bestimmten Reisebüros zur Verfügung stellt. Dazu gehören «Corporate
Net Rates», Tarife, die zwischen der Airline und einer Firma vereinbart
werden und für das Reisebüro dieses Unternehmens zwecks Buchung und
Ticketing freigeschaltet werden.
Mit den «LH only»-Tarifen kann Lufthansa ein ähnliches
Tarif-/Konditionsniveau wie andere Mitbewerber auf dem Schweizer Markt
anbieten. Um Swiss als Homecarrier und Tochtergesellschaft nicht zu
konkurrenzieren, handelt es sich auch bei diesen um «Unpublished
Fares». Die «LH only»-Tarife können markant günstiger sein als die
allen zur Verfügung stehenden «Pub-
lished Fares» und sind in der Schweiz nach Einschätzung von Insidern wohl allen IATA-Agenturen zugänglich.
Obwohl bisher nicht thematisiert, dürften LH und LX mit der Einführung
des Vorzugspreismodells die aktuellen «Published Fares» neu zu
«Unpublished Fares» machen und bei der Buchung die GDS-Gebühr von CHF 8
verlangen (ausser bei Sabre-Buchungen). Zugriff zu den bisherigen,
markant günstigeren «LH only»-Tarifen und zu den neuen «Unpublished
Fares» sollen nur noch jene Agenten erhalten, die den Vertrag
unterzeichnen. Die weiterhin für alle zugänglichen Tarife werden um CHF
25 pro oneway erhöht.
Einen Zugriff auf die «Corporate Net Rates» bekommt ein Agent ohne
Vertrag weiterhin. Für den Kunden wird es aber teurer, da die Basis
dieser Tarife nun auf den erhöhten «Published Fares» referiert, also
CHF 25 pro Weg teurer werden.
