Hapag-Lloyd hebt wieder ab (Ausgabe 2008-09)

Aber nicht die Airline kehrt zurück, sondern die Reederei pachtet einen Privatjet für ihre Kreuzflüge.

Seit einem Jahr fliegen Hapagfly und Hapag-Lloyd Express unter der
neuen Marke Tuifly. Durch die Verschmelzung der beiden Gesellschaften
von TUI ist die Aufschrift «Hapag-Lloyd» vom Himmel verschwunden. Die
erste Airline mit diesem Namen wurde anno 1972 gegründet.
Doch nun schickt sich die Kreuzfahrtgesellschaft der TUI an, die Lücke
zu schliessen. Nach dem Relaunch der Kreuzflüge – Wiederaufnahme der
Reiseart im November 2007, die man von 1986 bis 2000 im Angebot hatte –
steht das Comeback der Marke Hapag-Lloyd in der Luft an.

Sebastian Ahrens, Sprecher der Geschäftsführung von Hapag-Lloyd
Kreuzfahrten (HLKF), erklärt: «Wir übernehmen im November 2008 eine
Maschine von Tuifly im Wetlease für unsere Kreuzflüge.» Dafür wird eine
der 48 Boeing von Tuifly im sogenannten «ACMI» (Aircraft, Crew,
Maintenance and Insurances) gepachtet. Beim Fluggerät handelt es sich
um eine B-737-800, die für den Einsatz in den Farben der Reederei
bemalt sowie die Aufschrift «Hapag-Lloyd Kreuzfahrten» erhalten wird.
Diese Lackierung wird der Privatjet das gesamte Jahr über tragen.

Die B-737-800 erhält für die Kreuzflüge eine
Business-Class-Konfiguration. Der Abstand zwischen den 52 Sitzen
beträgt 1,5 Meter. Normalerweise verfügt der Flugzeugtyp bei Tuifly
über 189 Eco-Plätze – mit deutlich weniger Beinfreiheit. Zudem wird die
Maschine auf den Namen «Albert Ballin» getauft. Der Hamburger Reeder
war zu Beginn des 20. Jahrhunderts Generaldirektor der Hapag.

Weil vorerst vier bis fünf maximal 18-tägige Kreuzflüge im
Winterhalbjahr vorgesehen sind, wird die Maschine im Sommerhalbjahr wie
gewohnt für Tuifly fliegen. Entsprechend lässt sich die Bestuhlung
austauschen. «Es ist aber auch denkbar, dass wir den Flieger für
Zubringer an unsere Kreuzfahrthäfen oder für spezielle Events nutzen
werden, ebenso denkbar sind Incentive-Charter.»

Der erste Kreuzflug startet morgen, 1. März, in Hamburg, dem jeweiligen
Start- und Zielort. Die Premiere führt in 17 Tagen nach Südamerika und
wird mit der Schweizer Privatair durchgeführt. Doch ab der zweiten
Reise wird nur noch der eigene Jet eingesetzt. Vom 17. November bis 4.
Dezember geht es nach Asien. Dieser Kreuzflug ist bereits ausgebucht.

HLKF legt daher eine neue Broschüre zum Thema auf, darin findet man
drei weitere Kreuzflüge: Die Preise pro Person im Doppelzimmer beginnen
bei 50000 Franken.

Norman C. Bandi

Ziel: 10% Schweizer Kundschaft

Im Vergleich zu den Kreuzfahrten seien die Schweizer bei den
Kreuzflügen noch etwas unterrepräsentiert, obwohl es schon Buchungen
gebe. «Unser Ziel sind mehr als 10% aller Kunden aus der Schweiz. Bei
den Kreuzfahrten sind es schon bald 10%», so Sebastian Ahrens von
HLKF.   

NCB