Hat das EDA den Veranstaltern das Kenia-Geschäft vermiest? (Ausgabe 2008-08)

Kenia-TO sind verärgert über die späte Anpassung der Reisehinweise.

Im Gegensatz zu Ländern wie Deutschland, Grossbritannien oder USA hielt
das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bis
vorgestern an den strengen Reisehinweisen für Kenia fest.

Die Veranstalter haben kein Verständnis für die andauernde harte
Haltung des Bundes. Urs Bellmont (Private Safaris): «Ich zweifle an
meinen investierten Steuergeldern, die in der Botschaft in Nairobi
nicht gut eingesetzt sind. Die USA warnten überhaupt nicht vor
Kenia-Reisen; Grossbritannien und Deutschland haben ihre Hinweise
zweimal überholt und geografisch diversifiziert. Die EDA-Haltung war
rein politisch begründet, und es interessiert dort keinen, dass Leute
in Kenia ihre Arbeit verlieren.»

Ebenso klar äussert sich Kurt Zürcher (Let’s go Tours): «Schade ist,
dass auf dem Rücken der einfachen Bevölkerung  der
zugegebenermassen korrupten Politikerklasse ein Denkzettel verpasst
wurde – frei nach dem Motto ‹dann machen wir halt Eure Wirtschaft
kaputt …›. Anders war die strikte Reisewarnung nicht zu
interpretieren. Weshalb sonst sollte eine der reisegewandtesten
Bevölkerungen vor einer Reise nach Kenia dermassen gewarnt werden, wenn
selbst die US-Behörden der Bevölkerung nur vor Reisen in bestimmte
Gebiete abriet? Weshalb wird nicht vor Reisen in die Türkei oder nach
Spanien gewarnt, wo in regelmässigen Abständen in Touristenzentren
Anschläge verübt werden?»

Kein Verständnis für die Haltung des EDA hat Daniel Oetterli
(Hotelplan): «Ich kann nicht verstehen, wieso nicht regional
differenziert wurde, so wie das viele Länder schon früher taten. Den
Schaden haben die lokalen Einwohner, deren Arbeitsplätze akut gefährdet
sind.»
Markus Blatter (African Safari Club) denkt ähnlich: «Die Haltung des
EDA war unverhältnismässig streng und hätte schon lange entsprechend
zurückgezogen werden sollen.»

John Stewardson (Africa Design Travel) meint: «Von unseren lokalen
Partnern hörten wir nur, dass es keine Probleme in den wichtigsten
touristischen Gebieten gab. Ich gehe daher davon aus, dass das EDA gute
Gründe für die strenge Haltung hatte…»

Sandra Schmid (Flex Travel) meint: «Selbstverständlich hofften wir,
dass sich die Lage in Kenia bald nachhaltig beruhigt und das EDA in der
Folge rasch mit differenzierten Hinweisen nicht mehr gänzlich von
Touristenreisen abrät.»

in letzter zeit gingen bei den TO kaum Neubuchungen für Kenia ein. Für
die Abflüge ab Juli sieht es eher wieder besser aus. Die Veranstalter
hoffen nun wegen des endlich geänderten Reisehinweises, dass die
Schweizer bald wieder Lust auf Ferien in Kenia haben werden.

Chris Probst

Winter-Charterflüge ab Zürich annulliert

Die Winter-Rotation von Edelweiss Air von Zürich nach Mombasa
wurde bis Ende März 2008 gestoppt – gebuchte Kunden werden auf
Linienflüge umgebucht. African Safari Club (ASC) hat alle Charterflüge
ab Zürich bis Ende Juni gestrichen. Der wöchentliche Flug ab Basel
bleibt im Angebot.

Im Sommer soll Edelweiss laut Urs Bellmont wieder ab Zürich fliegen,
allerdings «eher einmal statt zweimal pro Woche», wie er sagt. African
Safari Club wird ab 13. Juli wieder jeden Sonntag ab Zürich nach
Mombasa fliegen. Der ASC-Flug ab Basel nach Mombasa bleibt durchgehend
bis Ende Oktober 2008 im Angebot.  

CP