Helvetic Airways baut auf Embraer (Ausgabe 2014-36)

Mit den vier Embraer, die an Swiss verleast werden, ist eine Vorentscheidung für die neue Flotte gefallen.

Helvetic Airways befindet sich schon seit einiger Zeit in der Evaluationsphase für die Nachfolge ihrer Fokker-100-Flotte. Umso interessanter war deshalb die Meldung von letzter Woche, dass Helvetic Airways vier Maschinen des Typs Embraer 190 anschafft, die für die Swiss im Einsatz stehen werden. Der Hintergrund: Die Swiss muss ihre Avro RJ100 («Jumbolino») dringend ersetzen; der Ersatz, die C-Series von Bombardier, lässt aber noch auf sich warten. Die Helvetic-Embraer sind eine Art Übergangslösung, damit man vier Jumbolinos bereits jetzt ausmustern kann, statt sie nochmals durch einen teuren Check laufen zu lassen.

Helvetic Airways wird die Maschinen inklusive Bordpersonal verleasen, aber ohne Piloten. «Der Entscheid wurde zwar kurzfristig gefällt, das Projekt existiert aber schon länger. Deshalb haben wir früh damit begonnen, beim Bordpersonal aufzustocken», erklärt CEO Bruno Jans auf Anfrage. Insgesamt fliegen nun acht Maschinen von Helvetic Airways für Swiss – neben den vier Embraer sind schon seit längerem vier Fokker 100 im Wet-Lease-Verfahren bei Swiss im Einsatz.

Die vier neuen Embraer 190 sind auch wegweisend für die Zukunft von Helvetic Airways. «Man kann schon sagen, dass damit in der Frage der Flottenerneuerung eine Vorentscheidung gefallen ist», sagt Jans. Ob es sich dabei ausschliesslich um die Embraer 190 handeln wird oder auch andere Modelle wie die Embraer 195, ist noch offen. «Wir werden bei der Auswahl auch auf die Wünsche unserer Charter-Partner achten», so Jans.

Sicher ist aber, dass sich die Airline auf die Embraer-Familie konzentrieren wird. Das 190-Modell bietet je nach Konfiguration 104 resp. 100 Plätze und wäre damit ein 1:1-Nachfolger der Fokker 100. Das grössere 195-Modell hat Platz für 118 Passagiere. Eine solche Maschine hat Helvetic Airways bereits in diesem Sommer von der britischen Flybe geleast, und gemäss Jans ist es nicht ausgeschlossen, dass auch eine oder zwei Maschinen dieses Typs angeschafft werden. Endgültig vom Tisch scheint die Variante, die Fokker 100 länger zu betreiben, um auf neue Alternativen wie die C-Series, die Mitsubishi MRJ oder die Embraer E2 zu warten.

Der konkrete Zeitplan der Flotten-erneuerung steht aber noch nicht fest. «Fix sind erst die vier Embraer 190. Die Planung mit der Fokker 100 läuft bis 2017. Es wäre sogar möglich, auch danach noch einzelne Fokker-Maschinen in der Flotte zu haben, aber davon gehen wir nicht aus», sagt Jans.

SJ