Erwartungsgemäss bilden Flüge mit Air Berlin/Belair (AB) im Sommer 2008 das Gros des Hotelplan-Charterangebots auf der Mittelstrecke. Das sogenannte «deutsche Modell» im Charterbereich hält im Sommer 2008 definitiv Einzug in der Schweiz.
Dazu Andrea Rutishauser, Leiterin Midhaul: «Wir sind dank der Lösung mit Air Berlin/Belair gegenüber den Kunden deutlich flexibler geworden. Trotz der weitgehenden Verabschiedung des 7/14-Tage-Modells wurde die Risikoplatz-Kapazität nicht aufgeblasen. Wir bieten mehr Flüge an mehr Daten; unser Flugrisiko wurde dabei aber abgebaut. Mit anderen Worten: Wir bieten die individuelle Pauschalreise. So gesehen bietet Hotelplan das Chartermodell der Zukunft.»
Zur Präzisierung: Es ist nicht so, dass Air Berlin auf jedem Flug das Risiko übernimmt. Hotelplan hat beispielsweise nach Santorini durchaus Risikoplätze übernommen. «Auf gewissen Flügen haben wir mit Travelhouse zusammen gut 80% der Plätze im Risiko; den Rest verkauft Air Berlin», erklärt Rutishauser. So gesehen hat sich für eine Reihe von Destinationen im Gegensatz zum Sommer 2007 ausser dem Carrier bzw. der Flugzeugbemalung wenig geändert. «Der Nachfragedruck wird vor allem an den Rennstrecken erzeugt, wohin Air Berlin mehrmals pro Woche fliegt», skizziert Rutishauser die Kampfschauplätze 08.
Zum Angebot: Ab Zürich werden mit der «neuen alten» Airline AB in Spanien Las Palmas (Tage 1,3,6,7), Palma de Mallorca (2x täglich), Teneriffa (1,6), Lanzarote (2,6), Ibiza (4,7), La Palma (6), Mahon (7) und Fuerteventura (6); in Griechenland Heraklion (1,3,5,7), Rhodos (2,6), Thessaloniki (4), Samos (1), Korfu (6), Mykonos (3), Santorini (3), Zakynthos (5) und Kos (3,7); in Italien Catania (4,5) und Olbia (4,7); in Tunesien Djerba (1,6) und Monastir (6); in der Türkei Antalya (5,7); in Zypern Larnaka (6); in Portugal Faro (3) und Funchal (6) sowie in Ägypten Hurghada (4,7), Luxor/Sharm el Sheikh (2) und Sharm el Sheikh (5) angeboten.
Ab Basel sind im Angebot mit AB:
Las Palmas (6), Palma de Mallorca (1,3,5,6,7), Lanzarote/Fuerteventura (2) und Teneriffa (6); Heraklion (5), Kos (3) und Rhodos (4); Hurghada (7), Djerba (1) und Antalya (2).
Spezielle Lösungen wurden für einige Destinationen gefunden, welche Air Berlin nicht anbietet, und wo man sich mit Kuoni einigen konnte. Darunter sind etwa Skiathos/Lesbos (letztes Jahr noch Kuoni-exklusiv), Bulgarien und einige weitere Destinationen. Ab Basel greift man für Zypern-Flüge auf die Schweizer Hello zurück. Zudem werden Kontingente auf Linienflügen genommen, etwa von Tunisair, wobei man da laut Rutishauser noch in Verhandlungen steckt. Auf dem Swiss-Charter nach Faro hat Hotelplan ein Subkontingent; Hauptcharterer ist die Spezialistentochter Sierramar (Travelhouse).
Laut Rolf Bühler (Leiter Touroperating Travelhouse) ist die Hotelplan-Tochter «analog dem Mutterhaus» auf sämtlichen Flügen von Air Berlin dabei. Ebenso greift Sierramar direkt auf sämtliche Italien-Flüge von Helvetic Airways zu sowie auf deren Flüge nach Alicante und Jerez (welches auch Hotelplan anbietet), zudem auf Flüge von Air One nach Neapel. Bei beiden Airlines hat man aber keine Kontingente.
Ab Genf besitzt Travelhouse Kontingente auf denselben Flügen wie Hotelplan. Hotelplan/Travelhouse sind aber nur Subcharterer: Hauptcharterer der Flüge ab Genf sind Kuoni (Edelweiss) oder VT Vacances (für alle anderen Destinationen; nach Tunesien wird wie gesagt auf Tunisair-Linienflüge zugebucht).
Hauptcharterer ist der Travelhouse-Spezialist Falcontravel auf Chartern mit Swiss nach Jersey und Newquay (jeweils mit einem Subkontingent von Rolf Meier-Reisen), Knock/Shannon und Inverness. Dasselbe gilt für einen Korsika-Charter mit Darwin Airline, nach Calvi.
Auffallend im Vergleich mit dem Mittelstrecken-Angebot des Hauptkonkurrenten Kuoni ist, dass keine Charterflüge ab Bern angeboten werden, und dass mit Ausnahme von Faro nicht mehr mit Swiss geflogen wird. Hotelplan bietet aber das breitere Angebot ab Genf.
Jean-Claude Raemy
