Eine sogenannte «Triple-Win-Situation» gab es schon beim Deal von
Hotelplans Belair mit Air Berlin nachdem die deutsche
Fluggesellschaft vor knapp einem Jahr 49 Prozent am Schweizer
Ferienflieger übernommen hat. Der damals amtierende CEO von Hotelplan
Schweiz, Peter Spring, erklärte im Frühling 2007: «Hotelplan kann sein
Angebot flexibilisieren; Belair kann als eigenständige Fluggesellschaft
erhalten bleiben; Air Berlin erhält aus dem für sie auch strategisch
wichtigen Schweizer Markt heraus die Möglichkeit, Ziele ausserhalb der
Europäischen Union anzufliegen.»
Und wie reagieren die vermeintlichen Vorreiter nun auf die
mutmasslichen Nachahmer? Christof Zuber, CEO der Hotelplan Group,
erklärt auf Anfrage von TI: «Ich gratuliere den Verhandlungsführern von
Kuoni/Edelweiss Air zur guten, strategischen Lösung, die
Hotelplan/Belair mit Air Berlin vor einem Jahr schon getroffen haben.
Edelweiss Air und Swiss sind beides langjährige, wichtige Partner von
Hotelplan und dies wird auch weiter so bleiben. Ich gehe davon aus,
dass das touristische Angebot von Hotelplan/Belair mit Air Berlin für
die Schweiz attraktiver ist.»
Joachim Hunold, CEO der Air Berlin Group, möchte indes keinen Kommentar
abgeben, wie er ausrichten lässt. Doch so wirklich überraschend kämen
die Kooperation von Kuoni mit Swiss sowie die Übernahme von Edelweiss
Air durch Swiss nicht. Es ist von Verhandlungen die Rede, die zur
gleichen Zeit begonnen hätten wie diejenigen von Hotelplan/Belair mit
Air Berlin.
Interessant ist viel mehr, welcher deutsche Aviatikriese zuerst den
nächsten Coup in der Ferienfliegerei landen kann: Lufthansa mit der
Fusion von Germanwings und Eurowings mit Tuifly oder Air Berlin mit dem
Kauf von Condor?
NCB
