Hotelplan Suisse streicht Denner Reisen als Veranstaltermarke per Ende Oktober aus seinem Markenportfolio. Auch die Webseite wird per 31. Oktober gelöscht. Begründet wird dieser Entscheid von Kurt Eberhard, CEO Hotelplan Suisse, mit der Markenbereinigung. Diese soll mit der Aufgabe der Marke Denner Reisen nun abgeschlossen sein. «Wir haben uns gefragt, wo es sich lohnt zu investieren und wo nicht», so Eberhard.
Bereits Anfang Mai äusserte sich Thomas Stirnimann, CEO der Hotelplan Group, im TI-Interview zu den Prioritäten bei den Marken. So sagte er damals: «Migros Ferien ist mehr im Fokus als Denner Reisen, weil wir dort längerfristig mehr Potenzial sehen.»
Während Migros Ferien zuletzt einen Umsatz von rund CHF 30 Mio. generierte, schaffte es Denner Reisen nach TI-Schätzungen in den besten Jahren ebenfalls fast auf diese Zahl, Tendenz aber abnehmend. Gemäss Eberhard befand sich die Marke zuletzt «im zweistelligen Millionenbereich».
Beibehalten wird aber der Vertriebskanal über die Denner-Geschäfte. Es sollen beispielsweise in der Broschüre «Denner-Woche» mit einer Auflage von 1,5 Mio. Exemplaren preislich sehr attraktive Angebote der Marke Hotelplan publiziert werden. «Es geht darum, Charter-Kapazitäten abzusetzen», erklärt Eberhard, «und Denner ist für uns ein wichtiger Vertriebskanal für Discount-Produkte.»
Die Marke Denner Reisen gelangte im April 2008 zu Hotelplan. Zuvor wurden die Angebote von Direkt Reisen produziert. Hotelplan integrierte dann auch die Marke Easy in die Denner Reisen. Walter Brüllhardt, damals noch zuständig für Beach Holidays und Direktreisen, begründete die Übernahme mit mehr Möglichkeiten und einer grösseren Produktepalette, die sich damit für Hotelplan ergebe. Besonders interessant sei aber der Vertrieb über die rund 700 Denner-Geschäfte.
Im September 2008 lancierte Hotelplan seine zweite Direktmarke: Migros Ferien. Damals wurde spekuliert, dass sich dadurch die Marken Denner Reisen und Hotelplan konkurrieren könnten.
Hotelplan hielt daraufhin fest, dass Denner Reisen wie auch die Denner-Läden als Hard Discounter mit limitierten Kapazitäten positioniert werde. Migros hingegen sei der Supermarkt, wo die Regale immer wieder aufgefüllt würden. Eberhard verneint denn auch entschieden, dass die Marke nun verschwinde, weil sie andere Marken konkurriert hätte.
NDR
