Es ist noch nicht lange her, da stand es gar nicht gut um Iberia. Die grösste spanische Fluggesellschaft schrieb tiefrote Zahlen, flog mit einem veralteten Produkt, musste sich mit Streiks herumplagen und hatte bei Passagieren und Agenten gleichermassen einen zweifelhaften Ruf.
Zu sagen, dass all diese Probleme in der Vergangenheit liegen, wäre etwas verfrüht. Doch Iberia ist definitiv mit Hochdruck daran, die zahlreichen Baustellen zu beheben. «Wir sind inmitten einer Transformation, die das Produkt, die Marke und das Kundenerlebnis betreffen», erklärte Celia Muñoz, Verkaufsdirektorin Europa/Afrika, anlässlich eines Events in Zürich, an dem Iberia der Reisebranche ihr neues Image vorstellte.
Und es wird wirklich kaum ein Stein auf dem anderen gelassen. Dies beginnt mit der Flotte: Acht brandneue Airbus A330-300 wurden angeschafft, um alte, ineffizientere Langstreckenmaschinen zu ersetzen. Die neuen Flugzeuge erhielten auch ein neues Kabinendesign verpasst. Die Business-Sitze sind in einer 1-2-1-Konfiguration angeordnet und lassen sich in komplett flache Betten verwandeln. Ein 15,5-Zoll-Bildschirm, ein neues Lichtkonzept sowie Menüs von spanischen Michelin-Köchen runden das Produkt ab.
Die Economy-Klasse hat ergonomischere Sitze sowie individuelle Bildschirme erhalten. WLAN ist im ganzen Flugzeug verfügbar. Die neue Kabine wird übrigens auch nach und nach in der bestehenden A340-600-Flotte installiert; 10 von 17 Maschinen sind bereits umgerüstet. An der Zuverlässigkeit, einem der grössten Kritikpunkte der Vergangenheit, wurde ebenfalls gearbeitet. «Wir haben die Connectivity und Pünktlichkeit verbessert Letztere lag zuletzt bei 91%», sagt Muñoz.
Dazu hat Iberia eine Reihe von Innovationen lanciert, wie man es sonst eher von den aufstrebenden Low-Cost-Carriern her kennt. Eine davon ist «My Bag Tag», das Kofferetikett zum Daheim-Ausdrucken. Als erstes Land aus-serhalb Spaniens ist der Service in der Schweiz verfügbar 20% nutzen ihn bereits. Weiter gehört Iberia zu den ersten Airlines, deren Boardingpass man sich auf seine Smartwatch laden kann.
Und wie sieht es mit dem eingangs erwähnten zweifelhaften Ruf aus? «Unsere Reputation wächst», sagt Muñoz, «Iberia wird von den Kunden wieder öfter weiterempfohlen.»
Herausforderungen wird es in Zukunft trotzdem viele geben. Der Anspruch, Marktführer auf den Strecken zwischen Europa und Lateinamerika zu sein, wird schon bald noch schwieriger umzusetzen sein. Bisher wurde dieser Markt nämlich von den Middle-East-Carriers weitgehend verschont. Nun strecken sie langsam ihre Fühler danach aus Qatar Airways will mit Barcelona als neuem Hub den Anfang machen.



