Bis ins Jahr 2020 werde der deutsche Kreuzfahrt-Markt rund drei Millionen Hochsee-Passagiere generieren. Mit dieser Zahl brachte Felix Eichhorn, Senior Vice President Sales & Yield Management bei Aida, die Zuversicht der versammelten Szene am 4. Kreuzfahrt Kongress in Hamburg auf den Punkt. Aktuell beträgt diese Zahl noch rund 1,7 Millionen Passagiere. «Das Wachstum in Deutschland wird vor allem über die Nordeuropa-Fahrten erzielt», erklärte Eichhorn. Dieses Revier spreche in erster Linie den Individualgast an, nicht aber den typischen Pauschalreisetouristen das Potenzial für Seereisen generell sei demnach noch riesig. Und er ergänzte, dass in Deutschland ein Reisebüro-Mitarbeitender im Schnitt nur alle 20 Tage eine Kreuzfahrt buche auch hier liege noch viel Potenzial brach.
Dass das Cruise-Fieber auch in anderen Ländern grassiert, zeigte am Kongress Zinan Liu, Vice President China & Asia von Royal Caribbean Cruises, in einer Video-Botschaft auf: Er sprach seinerseits von rund vier Millionen chinesischen Cruise-Pax bis ins Jahr 2020 heute sind es circa 800000. Die neue Quantum of the Seas, die RCI im nächsten Jahr in Shanghai positioniert, werde dieses Wachstum beflügeln, ergänzte Jörg Rudolph, der neue DACH-Chef von RCL Cruises in Frankfurt, der in Hamburg erstmals öffentlich auftrat.
Dasselbe galt für Wybcke Meier, seit wenigen Wochen neue CEO von TUI Cruises, die für ihre «Wohlfühl»-Reederei dank Neubauten bis ins Jahr 2017 einen Marktanteil von 17% anstrebt. Und auch Tina Kirfel, General Manager EMEA von Silversea Cruises, ist erst seit wenigen Monaten im Amt. Sie wies darauf hin, dass für das Marketing von Luxus-Kreuzfahrten statt der Preise die puren Emotionen in den Vordergrund gerückt werden müssen, was Silversea nun mit einem neuen Auftritt umsetze.
Weitere Beiträge an dem von rund 180 Cruise-Profis besuchten Kongress kreisten um die Flussfahrten, wo Johannes Zurnieden, Geschäftsführer von Phoenix Reisen, nach den letzten schwierigen Jahren einen Wiederaufschwung erwartet. Und im Bereich Fähren stehen aktuell die neuen Schwefelgrenzwerte für Nordeuropa im Fokus. Frederik Erdmann, Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Flensberg, erläuterte die Folgen für die Fährschiffe: Entweder steigen diese auf höherwertigeren (aber teureren) Treibstoff um, bauen eine Scrubber-Abgasreinigung ein oder setzen auf die zukunftsträchtige Lösung LNG (Flüssiggas) bzw. andere alternative Antriebsarten ein brennendes Thema, das ebenso die Hochsee-Kreuzfahrt betrifft.
Den Fulminanten Abschluss der Tagung bot eine visionäre Keynote von Dietmar Dahmen (Ecx.io) über die digitale Revolution. Im Anschluss erfolgte die Verleihung der «Kreuzfahrt Guide Awards», worüber TRAVEL INSIDE bereits letzte Woche berichtete.



