Kampf gegen hohen Ölpreis führt zu Mega-Zusammenschluss (Ausgabe 2008-34)

Die drei Oneworld-Partner British Airways, Iberia und American Airlines vereinbaren Kooperation.

American Airlines (AA), British Airways (BA) und Iberia (IB) haben ein
«Joint Business Agreement» unterzeichnet. Das bedeutet: Die drei
Airlines wollen auf Strecken zwischen Nordamerika (USA, Kanada, Mexiko)
und Europa (EU, Schweiz, Norwegen) kommerziell kooperieren, die Gewinne
teilen, Netzwerke und Flugpläne koordinieren und das Codesharing
ausweiten. Es gilt «metal-neutral selling», also Verkauf ohne Präferenz
eines bestimmten Operating Carriers. Sie operieren aber weiterhin als
juristisch separate Einheiten.

Dank dieser Kooperationsvereinbarung könnten die drei Airlines – alle
Mitglieder von Oneworld – Kosten senken, dem Kerosinpreisdruck besser
standhalten und damit mehr in ihre Produkte, Angebote und Flotten
investieren. Dies hätte Vorteile für Kunden, Angestellte und
Shareholder.
Gleichzeitig haben die drei genannten Airlines gemeinsam mit ihren
Oneworld-Partnern Finnair und Royal Jordanian die weltweite
Antitrust-Immunität beim US-DOT sowie bei den
EU-Behörden beantragt («Multilateral Coordination Agreement»). Damit
soll die Oneworld-Allianz mehr Durchschlagskraft gewinnen. Die fünf
Airlines wären so nämlich imstande, in gemeinsamer Absprache das
Pricing, Yield Management und die Netzwerke zu koordinieren. Dies ist
für Oneworld-Mitglieder bislang nicht möglich.

Das Einverständnis der Behörden wird in den nächsten Monaten erwartet.
Bei grünem Licht könnte AA 143 neue Destinationen anbieten; BA würde
ihren Code auf 95 neue AA- und 27 IB-Destinationen anbringen und IB auf
171 AA- und 24 BA-Destinationen. Zusammen können die drei Airlines 443
Destinationen in 106 Ländern mit täglich über 6200 Abflügen anbieten.
Weitere Infos unter www.MoreTravelChoices.com. 

Jean-Claude Raemy