Knecht: «Ausbildungsbereitschaft der Branche ist klar vorhanden» (Ausgabe 2008-21)

Die Anzahl der Lernenden mit Lehrbeginn Sommer 2008 wird vom SRV als sehr positiv bezeichnet. Louis Noth hat ein SRV-Mandat für die Übergangsphase erhalten.

Im Zuge der Reorganisation des Schweizerischen Reisebüro-Verbands (SRV)
mit integrierten Regionen statt den regionalen Reisebüro-Vereinigungen
wird das Lehrlingswesen neu zentral vom SRV organisiert. Dies gilt
erstmals für Lehrbeginn im Sommer 2008. Zeit für eine erste
Zwischenbilanz.

Bis Ende der vergangenen Woche sind bei Beat Knecht, in der
SRV-Geschäftsstelle verantwortlich für Ausbildung, bereits 175
Anmeldungen aus der Deutschschweiz eingegangen. «Unser Budget lag bei
180 Lernenden. Optimistisch gesehen rechnen wir nun mit 190 Anmeldungen
in der Deutschschweiz. Dazu kommen 30 bis 35 neue Lernende in der
Romandie. Das erachte ich als sehr positiv», freut sich Knecht. Zum
Vergleich: 2007 haben in der ganzen Schweiz 241 Lernende begonnen –
laut Knecht wegen einer ungewöhnlichen Zunahme um 150% im Kanton Genf –
2006 waren es 216, 2005 haben 215 Lernende angefangen.

Knecht bezeichnet die Entwicklung als «Konsolidierung auf hohem Niveau»
und meint: «Zum Glück ist das so. Die Ausbildungsbereitschaft in der
Branche ist klar vorhanden. Ich bin froh über die Konsolidierungsphase,
denn so kommt Ruhe in die Sache. Das grosse Interesse an Lernenden
zeigt sich auch in der Tatsache, dass unsere Lehrmeisterkurse immer
ausgebucht sind.»

Nachdem die meisten Anmeldungen für Lehrbeginn im Sommer beim SRV
termingerecht und fehlerfrei eingegangen sind, beginnt in diesen Tagen
die konkrete Planung zusammen mit der Internationalen Schule für
Touristik (IST) Zürich, der einzigen zugelassenen Schule für die
Branchenausbildung der neuen Lernenden in der Deutschschweiz. Knecht:
«Bei einer ersten Sichtung der Anmeldungen zeigt sich ein Trend, dass
wir wohl an den bekannten Ausbildungsorten festhalten können, um eine
optimale Klassengrösse von 20 bis 25 Teilnehmern zu erreichen.»

Für die Übergangszeit – neues, zentrales System für Lehrbeginn 2008
plus die zwei laufenden Generationen nach altem System – hat der SRV
zusammen mit den Regionen eine «minuti-öse» Checkliste erstellt und die
Aufgaben verteilt. Knecht erklärt: «Für die beiden laufenden
Generationen hat Louis Noth, bisher Ausbildungsverantwortlicher in der
Region Zürich, von uns ein Mandat erhalten. Er hat mit allen Regionen
die offenen Punkte besprochen, geklärt und rapportiert. Insbesondere
geht es um die Rechnungsstellung, Subventionierung und die Über-
nahme von IST-Ausbildungsverträgen durch den SRV. Nun haben wir
Sicherheit in der Budgetierung und haben die Übergangszeit im Griff.»

Teilweise wurden Lernende von Reisebüros angemeldet, die der SRV wegen
Qualitätsansprüchen ablehnt. «Es handelt sich um Einzelfälle – rund ein
Dutzend. Mit den Berufsbildungsämtern haben wir eine bessere und
intensivere Zusammenarbeit als früher und als Branche haben wir ein
beratendes Mitspracherecht. Teilweise müssen wir empfehlen, ein
neutrales KV zu absolvieren, wenn der Geschäftsbereich zu weit von der
Reisebranche entfernt ist», so Knecht.

Chris Probst 

SRV-Neustrukturen: «on time»

Die Arbeiten für die Verbands-Neustrukturen sind laut
SRV-Geschäftsführer Walter Kunz auf gutem Weg. «Nun geht es um die
Vertreter der künftigen Regionen im SRV-Vorstand. Auch die bisherigen
regionalen Vereinigungen sind angehalten, mögliche Personen zu
evaluieren, denn die künftigen Vertreter müssen von den Regionen
getragen werden.» In der Romandie habe man mit Sylvie Volery – sie ist
praktisch als Einzelperson für die Ausbildung verantwortlich – eine
spezielle Situation: «Volery macht definitiv weiter, wir möchten sie
aber irgendwo einbetten. Grundsätzlich geht es um die
Risikominimierung», erklärt Kunz.   

CP