Null Akquisitionen tätigte die Knecht Reisegruppe im vergangenen Jahr ein eher unüblicher Zustand. Dafür gibt sie nun zu Beginn des Jahres wieder Gas und kündigt die Übernahme der gesamten Swissexpress-Gruppe an, zu der auch die Marken Ferieninsel und Quo Vadis gehören. Büros hat die Swissexpress Reisebüro AG in Basel, Allschwil, Oberwil und Gelterkinden.
Offiziell wird die Übernahme durch Knecht Reisen erst am 1. Januar 2016 durchgeführt. Bereits in diesem Jahr will man aber Synergien nutzen. Sowieso ist das Projekt von langer Hand geplant, schliesslich arbeiten die beiden Unternehmen schon seit Jahren innerhalb der TTS-Gruppe zusammen. Und dass Swissexpress-Mehrheitsaktionär Philippe Oehler auf der Suche nach einer Nachfolgeregelung ist, war ebenfalls bekannt.
Er und sein Stellvertreter Ralph Lüll werden Swissexpress auch nach der Übernahme führen. Es soll zu keinen Entlassungen kommen. Swiss-express bleibt bis auf Weiteres eine eigenständige Firma die Ankündigung von Roger Geissberger (CEO Knecht Reisegruppe), innert zwei Jahren alle Retailer innerhalb der Gruppe auf Knecht umzufirmieren, trifft hier nicht zu.
Für Knecht bedeutet die Übernahme eine Stärkung ihrer Präsenz in der Nordwestschweiz; dies, nachdem sie vor zwei Jahren bereits Glur Reisen in Basel übernommen hat. Auch die Knecht-Filialen in Reinach BL (Rina Reisen) und Rheinfelden (ex Arnold Reisen) stammen aus Akquisitionen. «Die Swissexpress-Gruppe ergänzt das Retailing-Netz von Knecht Reisen in idealer Weise», sagt Geissberger dazu. Die Nordwestschweiz entwickle sich damit zu einem immer wichtigeren Standbein der Gruppe.
Swissexpress mit einem geschätzten Volumen von CHF 20 Mio. Umsatz ist vor allem im Retailing und bei Geschäftsreisen stark. «Das Qualitätsverständnis der Knecht Reisegruppe hat neben der langjährigen Zusammenarbeit eine wesentliche Rolle gespielt», erklärt Oehler die Beweggründe zu seiner Nachfolgeregelung. Er wird künftig direkt an Geissberger rapportieren. Dieser hat bereits die nächsten Kandidaten für eine Akquisition im Auge. Im Interview erläutert er die Strategie der Knecht Reisegruppe.
SJ



