«Labranda ist ein strategisches Wachstumsgebiet» (Ausgabe 2015-39)

FTI lanciert eine eigene Hotelmarke. Geschäftsführer Dietmar Gunz erklärt, was dahintersteckt.

Herr Gunz, inwiefern hängt die neue Marke mit FTIs bisherigen Hotelaktivitäten, sprich Aquis Hotels und Meeting Point Hotels, zusammen?

Mit Aquis Hotels hat dies gar nichts zu tun. Die Integration von Aquis haben wir zu einem früheren Zeitpunkt verworfen. Richtig ist hingegen, dass unsere Hotelaktivitäten bei unserem DMC-Geschäft Meeting Point International angesiedelt sind, unter dem Namen Meeting Point Hotel Management Turkey, Spain, Malta und so weiter. 24 Häuser davon werden nun ab 1. November unter der neuen Marke Labranda betrieben.

Wie sehen die Besitzverhältnisse aus?

Von den 24 Hotels befinden sich sieben in unserem Besitz, der Rest läuft über Pachtverträge. Mit der neuen Marke werden wir zudem vermehrt im Management- und Franchising-Bereich tätig sein. Dafür hatten wir in der Vergangenheit einige Anfragen erhalten, mussten nun zuerst aber eine Marke gründen, damit wir dies überhaupt anbieten können.

Bis Ende 2016 planen Sie die Aufnahme von zehn weiteren Hotels ins Labranda-Portfolio. Und danach?

Eine Zielgrösse, z.B. für die nächsten fünf Jahre, gibt es nicht. Die Hotelmarke ist aber ein strategisches Wachstumsgebiet von uns. Wir werden Möglichkeiten individuell prüfen und dann je nach Ausgangssituation Hotels entweder im Eigentum, als Beteiligung, im Pachtverhältnis oder im Franchising betreiben.

Die Marke Labranda umfasst sieben Kategorien. Ist dies für Kunden und Vertrieb nicht etwas verwirrend?

Wir mussten uns entscheiden, ob wir sieben verschiedene Marken anbieten oder eine Dachmarke mit sieben Subkategorien, und haben uns für Letzteres entschieden. Die Kategorien unterscheiden sich bezüglich Hotelklasse und Verpflegungsart. Allen gemein ist aber, dass der Schwerpunkt auf dem Food-&Beverage-Bereich liegt, kostenloses Wifi angeboten wird und wir generell eine hohe Gästezufriedenheit anstreben. Das Angebot reicht von «Medium-Low» bis «Medium-High» – in die absolute Luxusklasse wollen wir nicht vorstossen.

Es steht jedem Haus frei, das Branding über den Namen und die Fassade hinaus auch an anderen zentralen Punkten zu platzieren. Geht dies nicht zulasten eines einheitlichen Auftritts?

Wir wollen den einzelnen Management-Strukturen genügend Freiheit geben, zumal einige Hotels ja erst gerade renoviert wurden. Das heisst aber nicht, dass wir nicht ein einheitliches Ziel anstreben. Irgendwann wollen wir überall im Hotel Branding-Standards gesetzt haben, das ist ein laufender Prozess.

Anderes Thema: Sie suchen seit Februar einen Nachfolger für Verda Birinci-Reed als Managing Director FTI Schweiz. Wie lange hält dieser Zustand noch an?

Erstens: Verda ist noch da und trägt auch noch die Verantwortung für FTI Schweiz, das Unternehmen ist also nicht führungslos. Wir haben die richtige Person noch nicht gefunden, machen uns da aber auch keinen grossen Druck. Mit dem Modulargeschäft und dem Ticketshop gibt es viele neue Themen; wir müssen uns genau überlegen, wie wir die Zukunft gestalten und den «roten
Faden» finden wollen.

SJ