Die Spezialisten für kurzfristig gebuchtes Reisen stellen dieses Jahr generell einen Preisabfall im Vergleich zum Vorjahr fest. Entsprechend gut läuft das Geschäft derzeit.
Bei LTur zeichnet sich das laufende Kalenderjahr durch tiefe Preise, sehr gute Verfügbarkeiten und grosse Angebotsvielfalt aus. Laut Andreas Kindlimann (Country Manager Schweiz) gehe dies nun sogar bis in die Sommerferien hinein. Der Frühling 2014 verlief trotz des guten Preisniveaus «harzig», so Kindlimann. Jetzt, also im Sommer 2014, seien die Preise sehr fair und im Schnitt noch tiefer als in 2013. «Für preissensible Gäste finden wir dank unseren internationalen Content-Lieferanten auch kurzfristig in der Hochsaison noch Angebote. Zudem tun sich immer wieder neue Chancen auf, z.B. mit dem guten Kurzfristangebot ex Bern», so Kindlimann.
Unter dem Niveau von 2013 liegen dieses Jahr auch die Preise von Bucher Last Minute aus dem Hause Thomas Cook. Laut Marta Di Girolamo (Geschäftsführerin Veranstaltervertrieb) sind es im Schnitt zwischen 4 und 5%. «Das Geschäft hat sich gut entwickelt, weil Last-Minute-Schnäppchen nicht mehr nur starr vier oder sechs Wochen vorher buchbar sind. Wir haben täglich einen so grossen Zugriff auf Specials, dass die Reisebüros ihren Kunden täglich attraktive Angebote machen können auch längerfristig.»
Im Frühjahr 2013 lancierte Kuoni das Portal Lastminute.ch neu. «Der Relaunch und das daraus generierte Geschäft waren sehr erfolgreich. Die Buchungszahlen haben sich bisher gegenüber Vorjahr mehr als verdoppelt. Unter anderem hat eine starke, organische Positionierung in Google-Suchergebnissen zum Erfolg beigetragen», so Oliver Howald (Head of Direct Sales & E-Commerce bei Kuoni). Aufgrund der Überkapazitäten im Markt profitieren die Kunden diesen Sommer von günstigen Preisen. Während Ho-wald in den vergangenen Wochen wetterbedingt Buchungen mit kurzfristiger Abreise (ca. 45 Tage) beobachtet, sieht er im 3. und 4. Quartal wie schon im Vorjahr eine Tendenz zu langfristigen Buchungen. Eine klare Prognose zum Verlauf des Gesamtjahres wagt Howald jedoch noch nicht. «Mai und Juni waren klare Last-Minute-Monate. Es ist allerdings noch etwas zu früh, um hier auf den Juli und August zu schliessen.»
FTI ist mit dem Start ihrer kürzlich lancierten Last-Minute-Marke 5vorflug in der Schweiz zufrieden. «Das Produkt kommt nicht nur bei den OTAs gut an, sondern auch im stationären Vertrieb», sagt FTI-Schweiz-Chefin Verda Birinci-Reed. Trotz des verspäteten Starts erwartet sie ein sehr gutes erstes Jahr. «Wir haben bereits im Frühjahr die Tendenz zu Last Minute erkennen können. Dies hat sich nicht verändert und solange auch entsprechende Kapazitäten im Markt sind, wird es Last-Minute-Reisende geben.» Birinci-Reed stellt aber auch fest, dass die Kunden über die Jahre immer flexibler und preisbewusster geworden sind.
BNZ
