Marke Travelchannel verschwindet nicht vom Markt (Ausgabe 2007-40)

Integration in LTH bald abgeschlossen.

Im letzten März verkaufte Werner Bürer rückwirkend auf den 1. Januar 2007 seine Vertriebs- und Marketinggesellschaft Travelchannel an Link to Hotel (LTH) von Peter Bucher. Die vollständige Integration soll per Ende Oktober abgeschlossen sein. Was wird sich ändern? «Eigentlich sehr wenig», so
Bürer. Die Olimar-Produkte würden in Zukunft einfach mit dem Zusatz «operated by LTH» und nicht wie bisher «operated by Travelchannel» vertrieben werden.

Doch die Marke Travelchannel wird nicht einfach zu Grabe getragen. Wie der Name weiterverwendet wird, wollte Bürer aber nicht verraten. Einerseits war der Verkauf für ihn eine positive Angelegenheit – «ich muss mir viel weniger Sorgen machen» –, auf der anderen Seite spürt er ein wenig Wehmut: «Es ist ein gewisser Verlust, nicht mehr Unternehmer zu sein.» Dass eine Informationspflicht gegenüber dem neuen Besitzer besteht, sieht Bürer dagegen nicht als Nachteil.

Das Handicap mit der elektronischen Buchbarkeit der Olimar-Palette sollte in Kürze  behoben werden. «Wir sind jetzt in der abschliessenden Testphase», erklärt Bürer. Theoretisch seien alle Angebote schon jetzt auf Cets buchbar, doch wolle man intern alle möglichen Probleme (Eingabe der Fluglösungen und Baukasten-Preise) lösen, bevor man den Zugang für die Agenten freischalte. «Unser Ziel ist der
1. Januar 2008», erklärt Bürer und hofft, diesen Termin auch einzuhalten. Im personellen Bereich sucht Travelchannel nach dem Wegzug von Andrea Lehner eine Lösung. Zurzeit beschäftigt Bürer drei Mitarbeitende, der Geschäftsverlauf erlaubt es ihm, sich gezielt nach Ersatz umzuschauen.
Mit den Verkaufszahlen dieses Sommers ist Bürer zufrieden. Die Nachfrage für Olimar-Reisen in die Algarve sei – im Gegensatz zum Trend im deutschen Mutterhaus – gegenüber dem letzten Jahr stark gestiegen. Als Grund sieht er das gekürzte Portugal-Angebot der Konkurrenz.

Die Buchungen für Spanien hingegen würden bei Olimar Schweiz stagnieren. Die Kapverdischen Inseln sind für Bürer eine «Wundertüte»: Im Sommer – entgegen den Erwartungen – schwach; für den Winter ziehen die Buchungen wieder an. «Das mag mit den ungünstigen oder unklaren Fluglösungen zusammengehängt haben», vermutet er. TAP Portugal hatte die Zusammenarbeit mit der kapverdischen Airline TACV beendet, dadurch sei auch deren Airpass nicht mehr akzeptiert worden. Für den kommenden Winter biete TAP aber wieder Tagesverbindungen via Lissabon an, was die Destination für den Kunden wieder interessanter mache.

Überhaupt stellt Bürer den Kunden und dessen Wünsche und Interessen in den Mittelpunkt. Die Anfang Jahr lancierte Incentive-Aktion für Agenten mit einer Reise auf die Kapverden hätte nicht den erwünschten Effekt gehabt: «Grundsätzlich finde ich solche Aktionen gut», doch müsse das Produkt überzeugen. In diesem Zusammenhang sieht Bürer grosses Potenzial nach Brasilien. «Wir brauchen noch eine gewisse Anlaufzeit. Doch spüren wir eine ernst zu nehmende Nachfrage.»

Guido Casanova