Vor rund drei Jahren begann sich Willy Luder, Hauptaktionär der
Airpass AG, intensiv mit der Regelung seiner Nachfolge in dem von ihm
gegründeten Unternehmen zu befassen. Er evaluierte verschiedene
Varianten, um den Fortbestand von Airpass zu sichern. Sein Ziel: Die
eingeführte Marke Airpass sollte bestehen bleiben, ebenso die
Firmenphilosophie, und der harte Kern der langjährigen Mitarbeitenden
sollten ihre Anstellung behalten können. Zudem wollte er den
schweizerischen Charakter von Airpass gewährleisten.
Gleichzeitig wollte Perry W. Jenning die Service-Palette seiner CGS
Group (Customer Ground Service) ausbauen. Da sich Jenning und Luder
seit mehr als 20 Jahren kennen, konnten sich die beiden Unternehmer
relativ rasch einigen. So kaufte die CGS Group von Airpass die Sparten
«Airline-Repräsentation und -Vertretung», das sogenannte GSA-Geschäft
(General Sales Agent) im Bereich Passage sowie die Vermittlung von
Charterflügen unter der Marke Chapman Freeborn und integrierte sie in
die am 8. Juni 2007 mit einem Aktienkapital von 100000 Franken neu
gegründeten Airpass Services Switzerland AG. Ebenfalls an CGS verkauft
wurde die Lawson Switzerland GmbH, der bekannte Veranstalter für
Mitarbeitende der Reise- und Luftfahrtbranchen.
Im Verwaltungsrat der neuen CGS-Tochtergesellschaft sitzen Perry W.
Jenning (Präsident), Willy Luder und Thomas Brodbeck. Luder wird der
neuen Gesellschaft noch mindestens drei Jahre als Mitglied der
Geschäftsleitung zur Verfügung stehen und in der Funktion als Head of
Business Development für die Betreuung der bestehenden sowie die
Weiterentwicklung neuer Kundenmandate zuständig sein. Für das operative
Tagesgeschäft zeichnet Hubert Herger verantwortlich, der am 1.
September 2007 seine Arbeit aufgenommen hat und in den letzten gut vier
Monaten von Luder eingearbeitet wurde. Herger rapportiert an Thomas
Schumacher, COO der CGS Group.
Die neue Airpass Services Switzerland agiert vom bisherigen Standort in
Glattbrugg aus. Für Jenning war die Übernahme der Mitarbeitenden von
grösster Wichtigkeit, steigt die CGS mit der neuen Firma doch erstmals
in die Vermarktung von Airline-Passagen ein und ist auf das Know-how
des bisherigen Teams von Luder angewiesen. Gleichzeitig ist es nun
möglich, wegen der Verankerung von CGS an den Flughäfen Zürich, Basel
und Genf, auch in der Westschweiz im Passage-Geschäft zu expandieren.
Jenning stellt bereits für dieses Jahr die Übernahme weiterer Mandate
in Aussicht. Man sei in Verhandlungen und werde wohl schon bald darüber
informieren können.
«Der Markt wächst und wir wollen daran partizipieren, streben aber vor
allem ein qualitatives Wachstum an. Die Übernahme des Passage-Bereichs
von Airpass ist für Willy Luder und die CGS eine Win-win-Situation und
der optimale Übergang ist die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche
Weiterführung und den Ausbau dieses Geschäfts. Wir können dadurch unser
Dienstleistungsangebot im doch sehr volatilen Airline-Geschäft ausbauen
und sind froh, nun über ein weiteres Standbein zu verfügen», fasst
Perry W. Jenning
seine Sicht der Dinge zusammen.
Die Aktivitäten von Lawson Switzerland wurden an den CGS Ticketpoint im
Check-in 2 verlegt, also direkt ins Zentrum der für Lawson-Angebote
berechtigten Kunden. Jenning sieht in diesem Bereich noch viel
Potenzial: «Wir wollen dieses Segment an unseren Standorten Zürich,
Basel und Genf ausbauen. Wir sprechen hier von rund 80000
Mitarbeitenden, die potenzielle Kunden von Lawson sind.» In Genf habe
man bereits eine Person angestellt, um dort Lawson zu etablieren.
Urs Hirt
Geschichte von Airpass
1984 gründete Willy Luder die Airpass AG und übernahm die
Generalvertretung von Panam für die Schweiz. 1985 folgten Republic
Airlines und BWIA, 1986 Delta Air Lines und 1989 Air Seychelles. 1990
wurde die Airpass Airport Services AG für die Repräsentation und
Handling-Überwachung ausländischer Fluggesellschaften auf Schweizer
Flughäfen gegründet.
1993 wird ein GSA-Vertrag mit China Airlines unterzeichnet und Royal
Nepal Airlines ernennt Airpass zur Schweizer Landesvertretung, 1997
folgt Oman Air. 1998 verkauft Luder die Aktivitäten der Airpass Airport
Services AG an die CGS Group. 2001 wird die Airpass AG
Generalvertretung von Albanian Airlines, 2002 folgt Aerolineas
Argentinas und 2003 Garuda Indonesia. 2007 eröffnet Maersk Air eine
tägliche Linienverbindung von Zürich bzw. Genf nach Kopenhagen und
ernennt Airpass zu ihrer Schweizer Vertretung.
China Southern, Air Comet, Aeropostal und Air Austral wählen 2007
Airpass zu ihrem GSA-Partner. Im letzten Herbst verkauft Luder die
Passageaktivitäten der Airpass AG an die CGC Group. Das Frachtgeschäft
der Airpass AG verbleibt weiter zu 100% in den Händen von Gründer Willy
Luder.
UH
Aktuelle Mandate
Aerolineas Argentinas (Argentinien)
Aeropostal (Venezuela)
Air Austral (La Reunion)
Air Comet (Spanien)
Air Seychelles (Seychellen)
Albanian Airlines (Albanien)
China Southern Airlines (China)
Oman Air (Oman)
Royal Nepal Airlines (Nepal)
Chapman Freeborn (Airmarketing)
