Seit der BSP (Billing and Settlement Plan) der IATA den Standort Genf verlassen hat und die Schweizer Agenten nun vom IATA-Hauptsitz in Madrid aus betreut werden, hört man aus der Branche immer wieder kritische Töne über diverse Abläufe und mangelnde Serviceleistungen. Besonders moniert wurde, dass das Service Center praktisch nur per Mail kontaktiert werden könne. Auch dass wichtige Unterlagen nun per Internet verschickt werden müssen, sorgte bei den Agenten für Unmut. «IATA verlangt von uns, Bilanzen und vertrauliche Dokumente über das Internet zu senden. Da erhöht sich das Piraterie-Risiko», erklärt Trinidad Alonso, Direktorin von «Vacances et Loisirs».
Auch Rolf Weber von Stohl-Air kann bestätigen, dass es massive Probleme mit der IATA gegeben hat. «Es war bisher praktisch unmöglich, jemanden dort in Madrid telefonisch zu erreichen. Man weiss auch nie, mit wem genau man es zu tun hat. Es wäre wahrscheinlich einfacher, Direktverträge mit den Airlines abzuschliessen.»
STAR-Präsident Luc Vuilleumier berichtet ebenso wenig Gutes über den Dachverband: «Meine bisherigen Erfahrungen mit der IATA sind sehr schlecht. Besonders alles, was mit dem Financial Review zu tun hat, ging bislang immer schief.» Dort hätte die IATA bereits mehrmals die eingereichten Unterlagen «verloren» und diese dann mehrere Monate nach Ablauf der Eingabefrist innert 48 Stunden verlangt. Falls dies dann nicht innerhalb der gesetzten Frist getan werde, drohe ein Lizenz-Entzug.
Dieser Fall ist so bei Trinidad Alonso eingetreten. Ein bereits eingereichtes Dokument konnte nach zwei Jahren nicht pünktlich nachgeliefert werden, also wurde dem Unternehmen kurzerhand die Lizenz entzogen.
Aufgrund der eingegangenen Beschwerden hat der SRV kürzlich reagiert und ein Treffen mit den Verantwortlichen des IATA Service Centers in Madrid organisiert. Marcel Herter, Leiter Geschäftsfeld Flug, und Walter Kunz, Geschäftsführer des Schweizer Reise-Verbandes, konnten den relevanten Abteilungen sämtliche Anliegen vortragen. Wichtige Diskussionspunkte waren unter anderen Erreichbarkeit, Fristen, Strafpunkte und Sperrung sowie Gebühren. Einige dieser Vorschläge wurden gemäss SRV bereits umgesetzt.
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