Neue Romandie-Strategie (Ausgabe 2014-32)

Kuoni bündelt seine Kräfte

Nach Jahren der Umstrukturierung und einem unglaublichen CEO-Karussell scheint Kuoni Schweiz zurück zu Stabilität und Kontinuität zu finden. Die Ernennung von Marcel Bürgin ist quasi eine Rückkehr zu den Wurzeln. In der Schweiz benötigt Kuoni einen Chef, der sowohl den Vertrieb als auch das Touroperating beherrscht und die schweizerischen Mechanismen versteht. Weder bei Leif Vase Larsen noch bei Thomas Goosmann war dies der Fall. 

Bürgin ist seit 25 Jahren im Hause, kann auf vertrautem Terrain arbeiten. Vor seiner Ernennung wurden viele Baustellen eröffnet; entsprechend bestrebt ist er nun, die Entscheidungswege zu beschleunigen und dabei die Geschäftsleitung und sein gesamtes Team miteinzubeziehen. 

Die Verantwortlichen mehrerer Spezialisten-Töchter forderten schon länger, ihre physische Präsenz in der Romandie zu stärken. Nun wurden sie erhört: Vier von ihnen werden bis Ende Jahr unter einem Dach in Lausanne vereint. Kuoni bündelt damit seine Kräfte, um im französischsprachigen Markt besser angreifen zu können – einem Markt, dessen Haupteigenschaft die Nachfrage nach individuellen und massgeschneiderten Produkten ist. Zählt man das bereits etablierte Duo Frantour/Railtour dazu, wird Kuoni künftig mit sechs Marken bzw. Produkten in der Romandie verankert sein, inklusive dedizierte Mitarbeiter.

Dieser neue Ansatz ist nicht in erster Linie als Antwort auf Tourisme pour Tous von Hotelplan zu werten. Vielmehr wird damit dem Geschäftsvolumen Rechnung getragen, das Kuoni heute schon in der Romandie generiert. Zwischen einem Viertel und einem Drittel des Umsatzes (2013: CHF 733 Mio.) soll es sein. Mit der neuen Spezialisten-Plattform in Lausanne berücksichtigt Kuoni nun die offensichtlichen strukturellen Unterschiede, die innerhalb des Schweizer Markts existieren.