Noch einige offene Fragen bei TUI und FTI (Ausgabe 2014-38)

Viel Spannung im Modulargeschäft

Der Wechsel von Matt Huwiler von TUI Flex Travel zu FTI gehört sicherlich zu den spannendsten Branchengeschehnissen des Jahres – vor allem, da er eine ganze Reihe von Umstrukturierungen mit sich zieht. FTI baut ein neues Modulargeschäft auf, während TUI die Produktions-systeme vereinheitlicht und die individuellen Produkte neu ebenfalls aus Deutschland bezieht. Die ganze Reisebranche fragt sich nun: Womit genau kommt FTI auf den Markt? Und wird TUI ihre Kunden im Modulargeschäft halten können?

Antworten darauf gibt es noch nicht und kann es noch nicht geben. Die ersten Produkte der TUI-Specialist-Linie gibt’s im Dezember 2014 zu sehen, die Flex-Produkte sind noch bis Herbst 2015 gültig. FTI hat angekündigt, im 1. Quartal 2015 richtig loszulegen. Offiziell sind Huwiler & Co. bis Ende September sogar noch bei TUI angestellt, auch wenn sie natürlich längst freigestellt wurden. 

Und wo es noch keine Antworten gibt, werden sie durch Vermutungen und Gerüchte ersetzt. Oft gehört ist die Aussage, dass der «deutsche Einheitsbrei» in der Schweizer Branche wohl nicht gut ankommen werde und sich die Konkurrenz bereits die Finger danach lecke, das Modulargeschäft zurückzuerobern. 

Dabei darf man nicht vergessen, dass bei TUI Suisse die deutschen Produkte nicht einfach «tel quel» durchgeschleust werden. Es wird immerhin noch ein siebenköpfiges Team damit beschäftigt sein, die Produkte auf den Schweizer Markt abzustimmen und mit dem Trade in Verbindung zu bleiben. Auch die oft benutzten Produkte Flightcenter und Flex Travel Discount bleiben bestehen. Insofern stellt sich die Frage, wie stark es die Agenten wirklich interessiert, ob die Angebote in der Schweiz produziert wurden. Sie wollen vor allem gute Konditionen, konkurrenzfähige Preise, funktionierende Systeme und Tools sowie Ansprechpartner mit gutem Service. Ob die neue Modularabteilung bei TUI Suisse dies bieten kann, wird sich noch zeigen – aber zumindest die Voraussetzungen dafür sind nach wie vor da. Und der zu befürchtende Exodus bei TUI Flex hielt sich mit 20 Abgängen auch im Rahmen. Eine Reduktion in dieser Grössenordnung wäre aufgrund der Umstrukturierung sowieso nötig gewesen.

Entscheidend wird aber sicherlich sein, wie sich die neuen Produkte von FTI präsentieren. Von dieser Seite hat man noch praktisch nichts gehört, ausser dass eine Menge Personal gesucht wird und die Büros in Dietlikon sein werden. Die Spannung und die Spannungen im Modulargeschäft nehmen weiter zu.

Stefan Jäggi