Nun muss Kairo aufgearbeitet werden (Ausgabe 2008-02)

Chris Probst über den Schweizerischen Reisebüro-Verband (SRV)

Am kommenden Dienstag tagt der Gesamtvorstand des SRV erstmals seit der
bewegten und denkwürdigen Generalversammlung in Kairo. Einige
Vorstandsmitglieder dürften auf verschiedene Punkte hinweisen, einiges
kritisieren oder zumindest zur Diskussion stellen. Nicht nur der Blick
zurück ist bedeutsam, es stehen in unmittelbarer Zukunft wichtige
Arbeiten – beispielsweise im Bereich Ausbildung – an. Ende Jahr müssen
die neuen Strukturen mit integrierten Regionen implementiert sein. Eine
weitere Tranche der Gemeinschaftswerbung wird an den TV-Bildschirmen zu
sehen sein. Die Diskussionen mit Airlines und IATA werden den SRV auch
in diesem Jahr beschäftigen.

Viel Bedarf an Kommunikation gibt es innerhalb der SRV-Spitze. Die
knappe, unglanzvolle Wahl des Kuoni-CEO Stefan Leser in den
SRV-Vorstand, begleitet von den Stimmenthaltungen der CEOs von
Hotelplan, TUI Suisse und Travelhouse sowie dem begangenen – allerdings
noch an der Versammlung korrigierten – Formfehler bei der Wahl durch
SRV-Präsident Hans-Jörg Leuzinger, dürften noch zu reden geben.

Wie kann sich Leser im SRV-Vorstand integrieren? Wie wird er von seinen
Vorstandskollegen, insbesondere von den anderen CEOs, akzeptiert und
aufgenommen? Wie wird es der Kuoni-CEO schaffen, an der Verbands-Basis
als Vollblut-Touristiker wahrgenommen zu werden?

Was geschieht mit der Doppelvertretung der Hotelplan-Gruppe durch Peter
Spring und Thomas Stirnimann im SRV-Vorstand? Im Stiftungsrat des
Garantiefonds trat Stirnimann noch zugunsten von Spring zurück. Es ist
davon auszugehen, dass es im SRV-Vorstand, der ab Oktober 2008 sowieso
anders zusammengesetzt sein wird, anders läuft und Spring weichen muss.

In Kairo zeigten sich gewisse Kommunikationsschwächen zwischen
Präsident, Geschäftsführer und Exekutive einerseits und den restlichen
Vorstandsmitgliedern andererseits, genauso wie Abstimmungsprobleme
zwischen Präsident, Geschäftsführer und Exekutivmitgliedern. Wird es in
Zukunft eine klarere Aufgaben- und Kompetenzverteilung geben? Gelingt
es der SRV-Spitze, die grösser werdende Informationskluft zur Basis zu
schliessen?

Das Klären dieser Fragen und Themen bietet sich am kommenden Dienstag
an. Danach müssen die Weichen so gestellt werden, dass an der GV vom
Oktober in Montreux ein breit abgestützter SRV-Vorstand präsentiert
werden kann.