Procap Reisen feiert sein 20-jähriges Jubiläum (Ausgabe 2015-22)

Seit 1995 werden Reisen für Menschen mit Behinderung organisiert.

Procap, der grösste Mitgliederverband von und für Menschen mit Behinderung in der Schweiz, wurde 1930 gegründet und zählt heute gegen 20000 Mitglieder. Neben Rechts- und Sozialversicherungsberatung, Auskünfte für hindernisfreies Bauen und Wohnen oder Sportberatung organisiert Procap seit 1995 auch Reisen. 

Während sich vor zwanzig Jahren zwei Mitarbeiterinnen um die Organisation der Reisen kümmerten, sind es heute 400 Stellenprozente bzw. zehn Mitarbeiterinnen. «Zu Beginn hatten wir vielleicht ein paar Dutzend Kundinnen und Kunden, heute bearbeiten wir jährlich über 1000 Buchungen», freut sich Helena Bigler, Leiterin von Procap Reisen. Während früher eher Reisen in der Schweiz oder ins nahe Ausland unternommen wurden, wagen Menschen mit Handicap heute mehr und buchen auch Fernreisen. «Wir bieten im Jahr zwei bis drei Gruppen-Fernreisen an, die oft auch durchgeführt werden können – doch sie sind aufgrund der Umstände eher teuer», erklärt Bigler. 

Für viele Menschen mit Behinderung sind Reisen ohne eine spezialisierte Reiseberatung und -begleitung gar nicht möglich. Procap Reisen überprüft die Zugänglichkeit von Feriendestinationen und organisiert Gruppenferien für Menschen mit Handicap mit zusätzlich geschulten Reiseleitern sowie Ferienbegleitern. 

«Unsere erste Reise war eine Schifffahrt auf dem Rhein. Wenige Monate später konnte man bereits eine Mittelmeer-Kreuzfahrt buchen», erinnert sich Bigler. 

Der aktuelle Katalog umfasst inzwischen 76 Seiten und bietet zahlreiche Individual- und Gruppenreisen an, die optimal auf die Bedürfnisse von Menschen mit Handicap angepasst sind. Ob Badeferien, Aktivferien, Städtereisen, Wellnessferien, Sprach- oder Schiffreisen – für jedes Bedürfnis und jeden Wunsch gibt es das Passende. «In diesem Jahr sind neu Badeferien auf Malta und Kuba hinzugekommen sowie eine Island-Rundreise und eine Städtereise nach Rom», führt Bigler aus. Gruppen-Badeferien werden gerne gebucht, besonders Teneriffa – «da haben wir ein schönes Hotel im Angebot», so Bigler. Auch Italien gehöre zu den Präferenzen, da hier mit dem Bus angereist werden kann. «Ausserdem haben wir in diesem Jahr unser Angebot in die Romandie ausgebaut», ergänzt Bigler. Die französischsprachige Kundschaft kann nun in ihrer Muttersprache beraten werden.

«Wir organisieren aber nicht nur Reisen für Menschen mit Behinderung», betont Helena Bigler. Auch Personen ohne Handicap können bei Procap Reisen ihre Ferien buchen und damit einen Solidaritätsbeitrag leisten. «Als gemeinnütziger Verein sind wir auf Spenden angewiesen», erklärt Bigler abschliessend.

Nathalie de Regt