«Reisehinweise als Bestätigung für Reisende» (Ausgabe 2008-29)

Esther Leupp, Leiterin Reisehinweise, war Gastreferentin am «Get-toge-ther» der Vereinigung Zürcher Reisebüros (VZR).

Zum letzten Mal vor der Auflösung und Integration in den
Schweizerischen Reisebüro-Verband hat die VZR ihr «Get-together»
durchgeführt. Präsident Kurt Eberhard versicherte, dass er dieses
beliebte Zusammenkommen beibehalten möchte, wenn auch vielleicht in
modifizierter Form.
Die Reisehinweise entstanden 1998 aus dem Bedürfnis nach unabhängiger
Information und sind heute eine der beliebtesten Dienstleistungen des
EDA. Leiterin Esther Leupp betonte in ihrem Gastreferat, dass die
Reisehinweise weder allgemeine Reiseinformationen noch ein
Nachrichtenbulletin seien, sondern dass das EDA «die politische
Sicherheitslage beurteilt, die für die Sicherheit der Reisenden
relevant sein kann». Sie erinnerte daran, dass «Reiseveranstalter und
Reiseversicherungen unabhängig und nach eigenem Ermessen entscheiden,
welche Destinationen sie anbieten und wann sie kostenlose Umbuchungen
gewähren oder Annullierungskosten übernehmen». Wichtig zu wissen: «Das
EDA hat keine Weisungsbefugnis gegenüber Versicherungen und
Veranstaltern.»

«Viele Leute kommen erst zu den Reisehinweisen, nachdem sie gebucht
haben. Dann wollen sie eine neutrale Einschätzung, hoffen aber, dass
diese die eigene bestätigt», führt Esther Leupp aus. So sind manche
Leute regelrecht enttäuscht, wenn sie erfahren, dass das EDA nicht von
Reisen an die gebuchte Destination abrät. Anfang dieses Jahres hat die
Reisebranche im Fall von Kenia gespürt, welche Folgen das Verdikt
«abraten» für den Tourismus haben kann. Esther Leupp ist jedoch
überzeugt, dass sich die Reisenden mehr von der eigenen Wahrnehmung als
den Reisehinweisen leiten lassen – und diese ist wesentlich geprägt von
Bildern in den Medien. So brach der Tourismus im Oman oder auf Sri
Lanka ein, ohne dass je generell von Reisen abgeraten wurde. Denn
sachliche Beurteilung ist nicht alles, wie Esther Leupp weiss: «Ein
wichtiger Faktor sind die Emotionen.»   

SAM