Sie stehen meist im Schatten der grossen afrikanischen Reisedestinationen wie Kenia, Tansania oder Südafrika. Die Länder Malawi und Ruanda sind nur kleine Flecken auf der touristischen Landkarte, sollen der Reisebranche und den Reisenden in nächster Zeit aber vermehrt ins Bewusstsein gerufen werden. Das Ruanda Development Board will ihre Präsenz in Europa nämlich steigern und hat dazu die in Grossbritannien beheimatete Agentur Kamageo mit seiner Vertretung beauftragt. Ansprechpartner in Deutschland und der Schweiz wird Barbara Zieme, Inhaberin der Agentur Akomasa im deutschen Oberursel. Sie ist bereits die Vertreterin für Malawi und hat nun also ihre zweite Nischendestination übernommen.
In beiden Destinationen sieht sie Potenzial, auch wenn natürlich niemals in der Grössenordnung der touristischen Schwergewichte Afrikas. «In Malawi hat man erkannt, dass sich die harzige Wirtschaftslage durch den Tourismus ankurbeln lässt. Aber zum Massentourismus wird es nie kommen; die Hotels ausserhalb der Städte beispielsweise verfügen meist nur über fünf bis zehn Zimmer», sagt Zieme.
Die Rahmenbedingungen für mehr Tourismus verbessern sich trotzdem stetig. Noch vor zwei Jahren war die mangelnde Fluganbindung ein Hauptgrund, weshalb Malawi touristisch nicht so richtig vom Fleck kam. Inzwischen ist Ethiopian Airlines eingestiegen und hat die ehemalige Air Malawi, heute Malawian Airlines, wieder flott-gemacht. Dazu ist eine Reihe von neuen regionalen Verbindungen hinzugekommen, unter anderem mit South African Airways und Kenya Airways.
Auf dem Landweg entsteht eine neue Hauptverbindungsstrasse, was zum Beispiel eine Kombination mit Tansania erleichtert. Malawi könnte so zum Bindeglied zwischen dem südlichen und östlichen Afrika werden. Noch braucht es aber Mietwagenfirmen, die im Land eine Präsenz aufbauen und damit Reisen auf dem Landweg ermöglichen.
Erleichtert werden soll auch die Einreise. Heute benötigen Schweizer Bürger noch ein Visum für Reisen nach Malawi; Barbara Zieme stellt aber in Aussicht, dass es eventuell schon bald ein Visa on Arrival geben könnte.
Ihr neues Projekt, Ruanda, lässt sich von der Ausgangslage und vom Bekanntheitsgrad durchaus mit Malawi vergleichen, hat aber schon mal ein bekannter USP: die Gorillas. Für Zieme geht es nun darum, aufzuzeigen, dass man in Ruanda nicht nur Gorillas beobachten kann. Sie erwähnt die Bergregenwälder im Nyungwe-Nationalpark, die Vogelwelt im Akagera-Park oder auch das sehenswerte Genozid-Museum in der Hauptstadt Kigali.
Dennoch: Ruanda ist ein kleines Land, nur etwa halb so gross wie die Schweiz. «Für eine dreiwöchige Mietwagenrundreise eignet sich das Land nicht. Doch im Rahmen einer Ostafrikareise lohnt sich ein Besuch allemal», erklärt Zieme. Hinzu kommt, dass dank dem neuen gemeinsamen Visum (East Africa Borderless Visa) die Reisen zwischen Kenia, Uganda und Ruanda einfacher geworden sind. Für Flüge nach Kigali gibt es aus der Schweiz Einstopp-Lösungen mit Swiss via Nairobi sowie mit Brussels Airlines, KLM und Turkish Airlines.



