Die Tauffeierlichkeiten im Hafen von Genua unter Einbezug zahlender Gäste waren ein Ereignis: Sogar Arnold W. Donald, President & CEO der Muttergesellschaft Carnival Corp., gab sich die Ehre und stellte sich zusammen mit Costa-CEO Michael Thamm den Medien. Der Taufakt selber wurde an Bord zelebriert, dank eines Feuerwerks kamen aber auch die Genueser in den Fest-Genuss. Das Gala-Diner schliesslich liess mit seiner modern interpretierten italienischen Küche von Sternekoch Fabio Cucchelli keine Wünsche offen.
Tatsächlich ist die «Italianià» an Bord der Costa Diadema allgegenwärtig: Die Pasta kommt von Barilla, der Kaffee von Illy. In der Vinoteca Gran Duca di Toscana werden über 80 italienische Spitzenweine ausgeschenkt, in der Bar Bollicine gilt Ähnliches für den Prosecco. Natürlich gibt es unter den sieben Restaurants an Bord auch eine authentische Pizzeria, und der Renner bei Gross und Klein ist die Gelateria Amarillo mit 18 verschiedenen köstlichen Aromen. Auch beim Entertainment wird Italia-Stimmung verströmt, so etwa bei der Show «Sapori dItalia».
Mit 132500 BRZ und 1862 Kabinen ist das neue Flaggschiff von Costa die grösste Einheit, die die Reederei je in Betrieb genommen hat. Erbaut wurde der Megaliner für rund EUR 550 Mio. auf der Fincantieri-Werft in Marghera, für das Innendesign war der Amerikaner Joe Farcus verantwortlich, der mit seinen schillernden Las-Vegas-Anleihen seit Jahren die Schiffe von Carnival (und Costa) prägt. Dieser Ansatz ist auch auf der Costa Diadema unübersehbar, wobei sich Farcus diesmal aber zurückhielt und einen Stil fand, der zwar lebendig, aber nicht zu überladen wirkt.
Der Schiffsaufbau über die 14 Passagierdecks (insgesamt 19 Decks) ist klassisch und umfasst eine vielfältige Bord-Infrastruktur, wobei die eine oder andere Innovation ins Auge springt. So etwa das Comeback der grossen Promenade auf Deck 5, ein rund 500 Meter langer Rundgang, der Nähe zum Meer bietet und mit einzelnen Aussenbereichen von Restaurants und Bars zu gefallen weiss (ein Konzept, das übrigens bereits die Norwegian-Breakaway-Schiffe auszeichnet). Oder die Premium-Kabinen, die sich mit vier oder fünf Betten und zwei Badezimmern insbesondere an Familien richten. Neu bei Costa ist auch ein stimmungsvoller Country Rock Club oder der Gamebereich Star Lazer.
Auffallend ist zudem die Möglichkeit, den zentralen Pool auf den Sonnendecks zu überdachen so ergibt sich ein lichter, von Restaurants gesäumter Innenraum, der auch bei schlechtem Wetter optimal genutzt werden kann. Die Allwetter-Ausrichtung des Schiffes wird durch die nicht übermässig hohe Zahl an Sonnenliegen dokumentiert. Oder durch den grosszügigen Samsara-Spa oben auf Deck 14, der in Kombination mit den 141 Samsara-Kabinen und -Suiten zum Wellness-Trumpf auf See wird. Eine besondere Erwähnung verdient schliesslich der hübsche Lido Stella del Sud mit Pool, der hinten auf Deck 10 zum Schönwetter-Zentrum werden dürfte und ein lichtes Gefühl von Freiheit auf hoher See verströmt.
Beat Eichenberger, Genua



