Auch im vergangenen Jahr flog South African Airways (SAA) in die tiefroten Zahlen. Das Geschäftsergebnis 2013/14 zeigt beim operativen Geschäftsergebnis ein Minus von umgerechnet CHF 29,6 Mio.; immerhin 12% weniger als im Jahr zuvor. Dabei waren das Domes-tic- sowie das Afrikageschäft eigentlich hochprofitabel, doch die interkontinentalen Routen mit einem Verlust von CHF 126,6 Mio. vernichteten sämtliche Gewinne aus der Kurz- und Mittelstrecke. Der Umsatz des Airlinekonzerns stieg dafür um 12% auf CHF 2,4 Mia.
Mit einem «90-Tage-Aktionsplan», der zwischen Dezember und März umgesetzt wurde, hat man nun versucht, den Turnaround einzuleiten. So wurden viele Verträge neu ausgehandelt und defizitäre Langstreckenrouten wie Peking oder Mumbai gestrichen, die bisher vor allem aus politischen Gründen aufrechterhalten wurden.
Dafür hat SAA im April einen täglichen Flug zwischen Johannesburg und Abu Dhabi aufgenommen. Von dort aus sollen die Asien-Verbindungen dank einer Partnerschaft mit Etihad zustande kommen.
An den Europarouten hingegen täglich nach Frankfurt und München sowie double-daily nach London wird nicht gerüttelt. Sie gehören laut Europa-Chef Michael Bentele sowieso zu den profitabelsten Interkont-Routen. Frankfurt erreichte eine Auslastung von 80%, München 75%. «Im letzten November gingen die Zahlen deutlich zurück, da machte sich die Angst vor Ebola bemerkbar. Inzwischen hat sich die Lage stabilisiert», so Bentele.
Ähnlich sieht es in der Schweiz aus: «Wir verzeichneten 2014 zuerst gute Steigerungsraten, dann schwand die Nachfrage merklich», sagt Corinne Wirth, Sales Manager Schweiz. Sie ist seit knapp einem Jahr bei Discover the World als General Sales Agent von SAA angestellt, nachdem der Offline-Markt Schweiz zuvor sieben Jahre lang keine Repräsentanz im Land hatte. «Man sieht bereits anhand der Buchungszahlen, dass dies der richtige Schritt war», so Bentele. Allerdings gibt er zu, dass man auch die Preise etwas gesenkt habe, um dem aggressiven Mitbewerber Swiss Paroli bieten zu können.
Für Wirth geht es weiterhin darum, den Schweizern die Verbindung via München oder Frankfurt schmackhaft zu machen. Die verstärkten Aktivitäten in der Ostschweiz haben nicht gefruchtet; «die Schweizer Kunden sind noch nicht bereit, selber nach München zu fahren. Dabei wäre dort sogar kostenloses Parking möglich», so Wirth.
Eine Chance wären die neuen BMI-Flüge von Bern nach München gewesen, doch sie taugen aufgrund der ungünstigen Flugzeiten nicht als Zubringer. Wirths Hauptargument ist deshalb das Produkt der SAA: 85 Zentimeter Sitzabstand in der Eco und ein komplett flaches Bett in der Business Class, bei dem die Füsse nicht mal in einer «Box» im Vordersitz parkiert werden müssen.



