Der irische Low-Cost-Anbieter Ryan-air will in vier bis fünf Jahren Transatlantik-Flüge anbieten. Dies zumindest gab die Airline vergangene Woche bekannt. Offensichtlich wurde dieser Entscheid intern vom Verwaltungsrat aber doch nicht wie zunächst bestätigt abgesegnet. Kurze Zeit später folgte prompt ein Dementi. Man plane auch nicht, in Zukunft solche Flüge anzubieten, hiess es in einer Mitteilung.
Dennoch ging die Meldung, dass die Iren bereits ab GBP 10 über den Atlantik fliegen wollen, derweil um die Welt und entfachte eine neue Diskussion um Billigflieger im Transatlantik-Flugmarkt.
Man denke an an Norwegian Air International (NAI), die seit 2013 Flüge aus verschiedenen europäischen Städten wie Oslo oder Stockholm in die USA anbietet. Letzten Sommer hatte die Airline mit politischem Widerstand aus den USA zu kämpfen. Das Repräsentantenhaus hatte per Antrag bei der US-Regierung die Forderung eingereicht, der Airline keine Flugerlaubnis zu erteilen.
Norwegian verletze international geltende Arbeitsgesetze, lautete damals die offizielle Begründung. Besonders in der Kritik stand, dass Norwegian Air International in Irland registriert war, diese Destination aber gar nicht anfliegt. Hinter dem Vorstoss standen Lobbyisten der grossen US-Fluggesellschaften sowie die Pilotenvereinigung ALPA. In erster Linie sollte mit diesem Antrag verhindert werden, dass ausländische Airlines, die «das System um-gehen», Wettbewerbsvorteile gegenüber amerikanischen Airlines ausspielen können. Im Gegenzug verwies Norwegian Air International auf die 300 Arbeitsplätze, die seit Aufnahme der Flüge in New York und Fort Lauderdale bereits geschaffen wurden. Das Argument schien wohl zu fruchten, das Weisse Haus hat den Antrag damals nämlich abgelehnt.
Politische Gegenoffensiven bleiben im Transatlantik-Flugmarkt dennoch weiterhin ein Thema. Delta, United und American Airlines werfen Emirates und weiteren Golf-Carriern vor, Staats-Subventionen in Milliardenhöhe erhalten zu haben; aber auch, den US-Airlines Passagiere wegzunehmen und sie so zu zwingen, Verbindungen auf internationalen Routen zu reduzieren, einzustellen oder gar aufzugeben.
Zu diesen Vorwürfen nahm Emirates nun Stellung. Die ganze Debatte darum, was als Subvention gelte und was gerechter oder ungerechter Wettbewerb nach wessen Gesetz darstelle, lenke letztlich vom eigentlich entscheidenden Thema ab: «Die drei grössten US-Fluggesellschaften möchten das Angebot an internationalen Flugverbindungen für den US-amerikanischen Verbraucher, Flughäfen sowie für die Lokal- und Regionalwirtschaft weiter einschränken», behauptet Emirates-
Präsident Tim Clark.
Diese politischen interventionen werden von internationalen Medien als Verzweiflungsakt der US-Carrier bezeichnet. Und zwar, um ausländische Fluggesellschaften daran zu hindern, in den USA Fuss zu fassen und diese Märkte zu erobern. Sollte dies einer Airline nämlich tatsächlich eines Tages gelingen, bestünde die Gefahr, dass weitere Carrier wie Jet Blue oder Tiger Airways nachziehen.
MM



