Sitzplatz-Reservation bei Swiss – welches GDS war das erste? (Ausgabe 2014-35)

Die «ASR-Diskussion» geht in die nächste Runde.

«Advance Seat Reservation» oder kurz «ASR» heisst der neue Zankapfel zwischen Swiss, GDS und Reisebüros. Bemängelt wurde vonseiten der Reisebüros vor allem, dass die Swiss-Sitzplatzreservation zunächst nicht über ein GDS abgewickelt werden konnte. Es waren deshalb gute Neuigkeiten, die Travelport am 7. August verkündete: «Als erster GDS-Betreiber in der Schweiz ermöglichen wir es den Agenten ab sofort, kostenpflichtige Sitzplätze auf Swiss-Flügen zu buchen.» 

Am letzten Montag hat nun Amadeus seine ASR-Lösung aufgeschaltet – «als erstes GDS», wie das Technologieunternehmen in einer Mitteilung betont. «Wir sind die Ersten, die ASR im System integriert haben», präzisiert Stefan Angst, Sales & Marketing Manager von Amadeus, auf Anfrage, «die Buchungen werden wie gewohnt über den grafischen oder kryptischen Sitzplan in der Amadeus Selling Platform ausgeführt, ohne Link auf die Swiss-Website. Um die Buchung abzuschliessen, wird statt einer Kreditkartenbelastung ein Electronic Miscellaneous Document (EMD) ausgestellt; danach werden die Daten ins Backoffice übermittelt.» 

In ihrem Agenten-Newsletter hat Swiss unter dem Titel «Travelport Press Release» ebenfalls klargestellt: «Amadeus remains the first GDS to offer a native ASR solution.» Andere GDS würden nun Schritt für Schritt folgen. Man begrüsse die Initiative von Travelport, den Agenten die Arbeit zu erleichtern; es handle sich dabei aber um eine Übergangslösung und um eine Eigenkreation von Travelport/Galileo. 

Von dieser sind übrigens nicht alle Agenten überzeugt. Ueli Stocker (Tramax Zug) schreibt in einem Feedback an TRAVEL INSIDE: «Weder in Galileo noch auf der Swiss-Website ist vor dem Ticketing eine Seatmap einsehbar. Die Abrechnung erfolgt nicht via BSP, sondern via Kreditkarte, wobei wir jedes Mal ein Formular ausfüllen müssen. Und die Daten werden nicht weiterverarbeitet, sodass wir die Sitzplatznummer in jedes Ticket manuell hineinschreiben müssen.»

Dieter Rumpel, Country Manager von Travelport, dazu: «Von einer vollintegrierten Lösung hatten wir nicht gesprochen. Eine solche mit EMD-Bezahlung wird zu einem späteren Zeitpunkt eingeführt.» Von der aktuellen Lösung würden aber auch die zahlreichen Nicht-IATA-Büros profitieren.

Einen komplett neuen Lösungsvorschlag bringt Thomas Misteli von der Mosquito Travel Lounge in Chur. «Am einfachsten wäre es doch, die Sitzplatzreservation bei den Tarifen zu hinterlegen. Je nach Buchungsklasse werden im GDS dann entweder alle, nur ein paar oder gar keine Sitzreihen geöffnet.»

Stefan Jäggi