Skyscanner scannt jetzt auch den Boden (Ausgabe 2015-23)

Die Flugsuchmaschine bietet neu auch Apps für Hotels und Mietwagen an.

Das Wachstum der Meta Search Engines ist weiterhin ungebrochen. Stellvertretend dafür steht das Beispiel von Skyscanner. Das schottische Unternehmen kann zwar mit zunehmender Grösse nicht mehr mit Wachstumsraten im dreistelligen Prozentbereich aufwarten, doch ein Umsatzplus von 42% und ein EBITDA von umgerechnet CHF 29,3 Mio. im Jahr 2014 können sich immer noch sehen lassen.

Auch physisch wächst die Firma weiterhin: In den letzten zwölf Monaten stieg die Mitarbeiterzahl von unter 400 auf 650, und seit Anfang Jahr ist ein fünfköpfiges Team ausschliesslich für den DACH-Markt zuständig.

Massgeblich am Umsatzwachstum beteiligt war der Wandel von der Flug- zur Reisesuchmaschine: Neu ist Skyscanner nämlich auch ein Metasearcher für Hotels und Mietwagen. Auf ein Paketieren verzichtet der Anbieter, im Gegenteil: Für die Hotel- und Autosuche wurden sogar separate Apps kreiert.

«Die Anforderungen an die Suche unterscheiden sich bei Flug, Hotel und Mietwagen derart, dass es keinen Sinn gemacht hätte, alles in dieselbe App zu packen», erklärt Thomas Homolka, Unternehmenssprecher für die deutschsprachigen Märkte. Bei der Hotelsuche beispielsweise gelangt man direkt auf die Bilder- oder Kartenansicht, was bei Airlines wenig Sinn machen würde. Mittlerweile liegt der Anteil der Nicht-Flug-Bereiche am Gesamtumsatz bereits bei 47%.

Gerade im Mietwagenbereich gibt es noch wenig Konkurrenz für Skyscanner. «Die Metasuche hatte hier bisher noch keine grosse Bedeutung. Wir vereinen in der Suche nun sowohl direkte Anbieter als auch Broker», so Homolka. 

Wobei das mit den Mitbewerbern so eine Sache ist: Die Endkonsumenten würden weiterhin kaum zwischen Metasearchern und Online Travel Agencies unterscheiden, so das Verdikt des Skyscanner-Sprechers. Mit Google Flights hat das Unternehmen zudem einen potenten neuen Konkurrenten erhalten. «Wir schauen aber lieber auf uns und auf unsere eigenen Innovationen. Wenn wir die Features der Mitbewerber einfach kopieren, bringt das uns nirgends hin», sagt Homolka.

Einige neue Features ähneln trotzdem den Google-Funktionen: So können etwa nahegelegene Alternativ-Flughäfen in die Suche einbezogen werden, und bei flexiblen Daten werden Vergleichsgrafiken pro Monat oder pro Jahr eingeblendet. 

Viel Wert legt Skyscanner aber auf die Feststellung, dass bei ihnen keine bezahlten oder aufgrund von Verträgen präferierten Suchergebnisse zuoberst auf der Liste erscheinen, sondern nur organische Resultate.

SJ