Von der Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar 2015 profitieren auch die Spanien-Reisenden. Bei Kuoni sind die Preise für die Kanaren um 7 % gesunken, bei den Balearen, wo der in Euro eingekaufte Fluganteil höher ist, sind es sogar 11 %. TUI Suisse meldet bis zu 15 % günstigere Preise, Thomas Cook 13 %. Der tiefe Euro konnte damit die leichte Preissteigerung, die Spanien in Lokalwährung erfahren hat, mehr als kompensieren. Das Resultat: Die Nachfrage ist allerorts gestiegen, der Umsatz nicht überall. Genaue Zahlen sind von den Veranstaltern allerdings nicht zu erhalten.
Einig sind sich die Tour Operators hingegen, dass vor allem Mallorca einen neuen Boom erlebt. «In den letzten Jahren war die Nachfrage eher schwach, doch seit 2014 verspüren wir einen Auftrieb. Die Investitionen in eine höherwertige Infrastruktur machen sich für die Insel bezahlt», analysiert Katja Altmann (Hotelplan Suisse) die Situation.
Gleich tönt es bei Marta di Girolamo von Thomas Cook: «Die Regierung hat die Playa de Palma verschönert, und viele Hotels auf der ganzen Insel sind renoviert worden. Auch wir haben deutlich in die Hotels investiert.» Florian Tomasi (TUI Suisse) sieht sogar die gesamten Balearen im Plus, und Hans Wiesner vom Wanderspezialisten Imbach Reisen freut sich über ein Plus von 30 % für die vier Mallorca-Wanderreisen, die er im Angebot hat.
Der Mallorca-Spezialist Universal differenziert die Lage hingegen: «Der Direktverkauf läuft sehr gut, bei den Reisebüros spüren wir einen Durchhänger», erklärt Geschäftsführer Daniel Stauffer. Generell steuern die Hotels aber erneut auf Rekordauslastungen zu und haben teilweise sogar schon «Stop-Sales» verhängen müssen.
Das Festland hingegen spielt bei den befragten Veranstaltern weiterhin eine eher untergeordnete Rolle. Die Anteile an den gesamten Spanien-Buchungen bewegen sich meist um die 10 %, am höchsten sind sie den Angaben zufolge noch bei Hotelplan Suisse mit 15 %. Die restlichen Anteile werden je nach Veranstalter unterschiedlich aufgeteilt: Bei Kuoni und FTI sind die Kanaren stärker, während bei TUI Suisse, Hotelplan Suisse und Thomas Cook die Balearen überwiegen.



