Das Airline-Geschäft ist hart: Die Preise sind tief und die Konkurrenz gross. Dementsprechend wird mit harten Bandagen um die Kunden gekämpft. Der Wettstreit wird aber nicht nur über die Preise oder das Streckennetz ausgetragen, sondern auch über die Bonusprogramme. Gerade für Vielflieger der Business und First Class ist der Meilen-Status und die damit verbundenen Privilegien wichtig, doch für den Erhalt des Status braucht es geflogene Meilen. Ein regulärer Wechsel in das Programm einer anderen Airline bzw. -eines anderen Airline-Netzwerks ist mit Entbehrungen verbunden, sofern man den Status wieder von null aufbauen muss. Dies haben die Airlines längst erkannt und bieten ihren Vielfliegern das «Status Matching» an.
Damit können die Vielflieger ihren aktuellen Status in den entsprechenden Status eines anderen Bonusprogramms übertragen lassen. Für den Reisenden hat dies den Vorteil, dass er seinen Status auch bei einem Wechsel des Vielfliegerprogramms beibehalten kann. Und die Airline verschafft sich dadurch neue, lukrative Geschäftskunden. Das Vorgehen ist dabei jedoch von Airline zu Airline unterschiedlich. Bei manchen findet man die Matching-Angebote online. Diese sind teilweise auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt, teilweise aber auch nicht. Doch auch wenn es kein explizit ausgeschriebenes Matching-Programm gibt, die Airlines werden Anfragen zu Statusübernahmen sicherlich nicht abgeneigt sein, zumal diese auch an manche Konditionen gebunden sind, die der Airline eine gewisse Sicherheit geben.
Das «Status Matching» ist also nicht neu, doch gerade das Beispiel von Etihad Airways, die über einen Fremd-Newsletter ausdrücklich den Übertrag des Miles-&- More-Status bewirbt, ist brisant. Damit gräbt sie Lufthansa, Swiss & Co. wichtige Kunden ab. Gerade in der aktuell angespannten Situation zwischen den Arabern und dem Lufthansa-Konzern wird dieses Vorgehen sicherlich nicht zur Versöhnung beitragen.
Simon Benz
