Stirnimann: «2015 war so etwas wie ein perfekter Sturm» (Ausgabe 2015-48)

Hotelplan Suisse hat das Geschäftsjahr in den roten Zahlen beendet – die gesamte Gruppe schliesst aber positiv ab, wie der CEO im Interview bekannt gibt.

Vor Jahresfrist konnte die Hotelplan Group ihr bestes Ergebnis seit sieben Jahren bekanntgeben: Zu Buche standen damals ein operatives Ergebnis vor Steuern von CHF 26,6 Mio. und ein organisches Umsatzwachstum von 3,5%. Dass das soeben zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2014/15 damit nicht mithalten kann, war aufgrund der weltpolitischen Lage und des Euro-Crashs vom Januar zu erwarten. Dennoch: «Ich kann vorwegnehmen, dass die Hotelplan Group operativ, auf Ebit-Stufe, positiv abschliessen wird», sagt CEO Thomas Stirnimann im Interview mit TRAVEL INSIDE.

Schon dies allein sei eine sehr gute Nachricht, denn es sei ein überaus schwieriges Jahr gewesen, vor allem fürs Schweiz-Geschäft, das mit einem Verlust abgeschlossen hat. «Eigentlich war es so etwas wie ein perfekter Sturm. Wir sind mit viel Zuversicht ins neue Jahr gestartet. Dann kam der 15. Januar mit der Aufhebung des Mindesteurokurses, worauf wir die Preise sofort senkten – das war der Lerneffekt aus dem letzten Euro-Sturz.»

Am nächsten Tag habe man dann die Millionenverluste bei Hotelplan Suisse zusammenzählen können. «Wenn Sie mehrere Dutzend Millionen Euro für 1.20 gekauft haben und die Preise über Nacht um 20% senken müssen, haben Sie ein Problem», beschreibt Stirnimann die Grössenordnung dieses Verlusts. Zusätzlich habe der US-Dollar ebenfalls an Wert verloren. Und im integrierten Vertrieb seien auch die Durchschnittspreise der Arrangements und damit die Wertschöpfung auf den Kommissionen gesunken.

Zum «perfekten Sturm» beigetragen hätten anschliessend das Attentat in Sousse/Tunesien, der Syrien-Konflikt, das Attentat von Bangkok, die Flüchtlingsströme durch Griechenland und schliesslich die Paris-Anschläge. Wie Hotelplan auf Gruppenebene trotzdem positiv abschliessen konnte, weshalb es der Veranstalter immer wieder mit eigenen Fluglösungen versucht und wie sich die TO-Landschaft in der Schweiz verändert hat, sagt Stirnimann im Interview.

SJ/AH