Im Karriereplan von Kurt Eberhard gab es im Grunde nur zwei Möglichkeiten: den CEO-Posten von Hotelplan Suisse oder eine neue Herausforderung ausserhalb des Unternehmens. Eigentlich hätte er bereits vor zwei Jahren ins CEO-Schema gepasst, als Thomas Stirnimann die Leitung der Hotelplan-Gruppe übernahm. Stirnimann übte jedoch eine Doppelfunktion aus und die Frage hinsichtlich einer Nachfolge war obsolet.
Mit der Ernennung von Eberhard setzt Hotelplan ein Zeichen. Obwohl sich das Unternehmen in den letzten Jahren stark veränderte und viel in die Technologie investierte, kommt nun jemand auf den Chef-Posten, der das Touroperating aus dem Effeff kennt. Das soll nicht heissen, dass Eberhard Hotelplan Suisse zurück ins klassische TO führen will, doch gerade die Mitarbeitenden der Travelhouse-Spezialisten dürften diese Neubesetzung mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen haben.
Dass es in der Organisation ebenfalls zu Anpassungen kam, hat nichts mit den personellen Veränderungen zu tun. Die Bündelung der Bereiche TO Shorthaul, Beach, Städtereisen, Autoplan und Wellness unter Tim Bachmann macht absolut Sinn, schliesslich werden viele dieser Produkte in erster Linie online gebucht. Ebenso klar ist aber auch, dass dies nicht die letzte strukturelle Anpassung gewesen sein wird. Hier bewegt sich der neue CEO von Hotelplan Suisse wohl eher auf Neuland.
Neuigkeiten wird es auch im Flugbereich geben. Ab Sommerflugplan 2015 werden die Charterflüge auf der Kurz- und Mittelstrecke voraussichtlich nicht mehr von Travel Service und Edelweiss Air durchgeführt, sondern nur noch von Germania. Gemäss der «Schweiz am Sonntag» will Germania gleich bis zu vier Maschinen in der Schweiz stationieren und auch im Auftrag des Reisebüros Air Prishtina auf den lukrativen Balkan-Strecken fliegen. Auch dieses kooperiert im laufenden Sommer noch mit Edelweiss Air, d.h. der Einstieg von Germania in den Schweizer Markt wird Edelweiss gleich doppelt hart treffen.
Simon Benz
