In der Retailer-Befragung im TI von vergangener Woche äusserten sich einige Reisebüroinhaber kritisch gegenüber der ihnen aufgedrängten Rolle als Mikro-TO. Dies lassen die grossen Veranstalter jedoch nicht gelten.
«Das Mikro-TO wird mehrheitlich angewendet, um den eigenen Verdienst zu erhöhen», sagt zum Beispiel Kuoni-Kommunikationschef Peter Brun. Er finde dies legitim, mit mangelndem Service seitens der grossen TOs habe dies jedoch weniger zu tun. Das neue System «Tango» von Kuoni vereinfache sogar die Arbeit der Retailer als Mikro-TO.
Alle befragten veranstalter setzen auf gemeinsame Lösungswege statt auf Konfrontation und bieten den Retailern entsprechende Instrumente an. TUI-Suisse-CEO Martin Wittwer: «Die grossen Veranstalter stellen heute mit der dynamischen Produktion den Reisebüros ein Instrument zur Verfügung, welches das Mikro-TO ermöglicht.» Er sei überzeugt, dass sich dieses Angebot ergänze. «Gemeinsam müssen wir eine Antwort auf die Bedürfnisse unserer Kunden finden.»
Reisebüros müssten zum Teil als Mikro-TO auftreten, um den Kunden halten zu können, sagt Knecht-CEO Marcel Gehring. «Genau hier versuchen wir mit unseren TOs den Schalter zu unterstützen. Das Erstellen von ausführlichen Dokumenten und eine kompetente Beratung unserer Partner an der Front werden auch in Zukunft wichtig sein.»
Die Vorteile der modernen Reservierungssysteme betont zum Beispiel die TUI. Diese lieferten viel mehr aktuelle Informationen als früher, unter anderem zusätzliche Bilder, Beschreibungen, Karten und Videos, so CEO Wittwer. Durch die Integration von tagesaktuellen Hotelzimmer- und Flugpreisen ins Buchungssystem und dies sogar bei den Badeferien seien die Reisebüros gegenüber Hotelportalen und Airlines durchaus konkurrenzfähig.
SG/JCR
