Auf Schweizer Autobahnen sind sie nicht mehr zu übersehen: die grünen oder inzwischen auch blau-orangen Linienbusse mit deutschem Kennzeichen. Sie heissen Meinfernbus oder Flixbus und werden bei Schweizer Fahrgästen immer beliebter. Seit der Liberalisierung des deutschen Fernbusmarktes im Jahr 2013 wachsen die Angebote auch hierzulande rasant. Die Preise befinden sich hingegen im freien Fall.
ZürichEuropapark für EUR 11, ZürichMailand für EUR 19 oder ZürichMünchen für EUR 13 das schaffen weder Bahn noch Billigflieger; allenfalls noch die Mitfahrzentralen, die das meist junge Publikum nutzte, bevor es die Alternative Fernbus gab. Im noch jungen Fernbusmarkt tobt derzeit der Verdrängungswettbewerb, der bereits erste Opfer fordert. Auch den Schweizer Personentransportunternehmen machen die deutschen Kampfpreise zu schaffen.
Passagierzahlen werden nicht öffentlich genannt. Insgesamt bedient aber allein Meinfernbus ab Zürich über 80 Ziele in Deutschland, Österreich, Italien, Luxemburg und Frankreich. Seit August 2014 existieren zudem zwei Linien nach Mailand, wahlweise über Chur oder Zürich.
Auf grosser Wachstumsfahrt in der Schweiz ist auch Flixbus aus München. Ab Zürich, St. Gallen und derzeit noch Weil am Rhein (später Basel Zentrum) werden täglich Direktverbindungen in deutsche Grossstädte wie Berlin, München, Frankfurt und Stuttgart angeboten. Heute Donnerstag startet die nächste Linie: zweimal täglich ZürichTübingenStuttgartMannheimKarlsruheFrankfurt/Main.
Zu seiner Strategie sagt Flixbus-Geschäftsführer André Schwämmlein: «Die neuen Flixbusse ab Basel und Zürich sind erst der Auftakt. Wir planen alle Schweizer Metropolen direkt mit den deutschen Ballungsräumen zu vernetzen.» Zürich soll für Flixbus «einer der zentralen Fernbusknoten in Europa» werden.
SG
