Im Vorfeld der 80. Generalversammlung (GV) des Schweizerischen Reisebüro-Verbands (SRV) in Kairo galt die Abstimmung über die Weiterführung der Werbekampagne als umstrittenstes Traktandum. Schon vor einem Jahr bestand die Idee, die Gemeinschafts-Imagewerbung über eine Dauer von drei Jahren laufen zu lassen. Doch wird in jedem Jahr neu über die Durchführung und Finanzierung entschieden.
Der SRV-Vorstand schlug vor, die Kampagne ähnlich wie dieses Jahr zu finanzieren: Rund eine halbe Million Franken aus Vereinsvermögen (CHF 100000), von regionalen Vereinigungen (CHF 20000) und von den Aktivmitgliedern (je CHF 500, total ca. CHF 390000) sowie rund CHF 450000 aus Sponsorgeldern. Vorgeschlagen wurden zwei Varianten der TV-Spots und Printwerbung: Ein Relaunch der letzten Kampagne oder eine pointierte Variante «Schade (fürs Geld)», bei der aufgezeigt wird, dass man unliebsame Überraschungen erlebt, wenn man sich nicht im Reisebüro beraten lässt.
Mehrere Teilnehmer ergriffen das Wort zugunsten einer Gemeinschaftswerbung. Heinz Gabi (Hotelplan; Präsident der Reisebürovereinigung Bern und Solothurn) wollte die Basis einbeziehen und schlug vor, eine Fachgruppe mit Vertretern der Front zu bilden, was allerdings bei der SRV-Exekutive kein Gehör fand.
In der Abstimmung waren bei 85 anwesenden Stimmen sechs Gegenstimmen und sieben Enthaltungen zu verzeichnen. Einstimmig wurde die zweite, frechere Variante der Werbeagentur Freiburghaus & Partner Bern gutgeheissen.
SRV-Präsident Hans-Jörg Leuzinger ist froh, dass die Werbekampagne abgesegnet wurde: «Es ist positiv gegenüber unseren Vertragspartnern und Sponsoren. Die Hinweise, die wir an der GV von Mitgliedern gehört haben, werden wir einfliessen lassen. Es ist allerdings schwierig, eine Kampagne zu gestalten, die für alle ideal ist. Eine Fachgruppe braucht es nicht. Dafür haben wir eine professionelle Werbeagentur engagiert.»
Wie erwartet hat die SRV-GV diskussionslos die neuen Strukturen mit sechs SRV-Regionen statt eigenständigen regionalen Vereinigungen gutgeheissen. Die Abstimmung fiel einstimmig aus. Die neuen Strukturen mit den angepassten Statuten treten am 1. Januar 2009 in Kraft. An der nächsten SRV-GV im Oktober 2008 im Rahmen des TTW wird ein neuer SRV-Vorstand mit mindestens drei Vertretern der Regionen gewählt.
Stimmung kam an der GV nochmals auf, als über das Budget 2007/08 abgestimmt wurde. Kurt Eberhard (Lets go Tours; Präsident Vereinigung Zürcher Reisebüros) schlug vor, entgegen des Vorschlags des SRV-Vorstands die Lehrmeisterschulung weiterhin mit CHF 20000 pro Jahr zu subventionieren. Überraschend stellte sich SRV-Exekutivmitglied André Lüthi hinter diesen Antrag.
Spontan führte er anstelle des Präsidenten die Abstimmung durch und bat die Versammlung, die Streichung der Subventionen nicht zu unterstützen, was einstimmig gutgeheissen wurde. Entsprechend angepasst wurde das Budget verabschiedet allerdings erst später, weil Lüthis spontaner Vorstoss vorerst ziemlich grosse Verwirrung hinterliess.
Leuzinger brachte es auf den Punkt: «Es war eine der lebendigsten GVs in der Geschichte des SRV, was ja an und für sich nicht schlecht ist.»
