Tunesien, Ägypten, Türkei, Griechenland und auch Thailand: In letzter Zeit häufen sich die Negativmeldungen aus den Feriendestinationen. In den Reisebüros kommt es deshalb immer mehr zu Fragen von Kunden zu bestehenden Buchungen. Von Krisenstimmung oder Panikreaktionen kann allerdings nicht die Rede sein. Die Buchungssituation ist zufriedenstellend, wie eine Umfrage von TRAVEL INSIDE bei Schweizer Retailern ergeben hat.
«Trotz des rückläufigen Geschäfts für Ägypten gibt es immer noch regelmässig Anfragen», berichtet Roger Camenzind, Geschäftsinhaber der Reisestube Altdorf. Geschätzte 80% davon seien Stammgäste, Neukunden gebe es nur ungefähr 20%. Für Tunesien habe das Reisebüro seit dem Anschlag in Sousse Ende Juni keine einzige Anfrage mehr erhalten. Ähnliches berichten die anderen befragten Reisebüros zur aktuellen Buchungslage für die beiden Destinationen, die man nach Angaben nicht aktiv anbietet.
Die derzeitige Lage der erwähnten Ferienziele spielt trotz eigener Krisenherde u. a. der Türkei in die Hände. «Wir haben massiv viele Buchungen für die Südtürkei in den Herbstferien. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist einfach unschlagbar. Andere Destinationen wie die Kanaren können preislich schlicht nicht mithalten, da sie im Schnitt 30% teurer sind», fasst Elmar Gehrig, Filialleiter von Thur Reisen Wil zusammen. Die anderen Retailer berichten von ähnlichen Situationen.
Eine gewisse Verunsicherung gebe es schon: «Wenn wir Rückfragen von Kunden erhielten, bezogen sich diese aber mehr auf Istanbul und weniger auf Badeferien in der Südtürkei», erklärt Ralph Lüll vom Swiss-Express-Reisebüro in Basel. Für Thailand berichtet er, wie auch die anderen Büros, von einer stabilen Nachfrage: «Der Buchungsverlauf hat sich aufgrund der Anschläge bisher nicht verändert.»
Ebenfalls keinen grossen Einfluss auf die Nachfrage nach Griechenland habe die wirtschaftliche Lage oder die Flüchtlingssituation auf Kos. Die Kunden seien zum Teil zwar verunsichert und riefen deswegen an, liessen sich aber gut beruhigen, wenn man ihnen den Sachverhalt ehrlich erkläre. «Ein Kunde hat uns zwar von der brutalen Situation in Kos-Stadt berichtet. Die sonstigen Rückmeldungen waren aber durchweg positiv, auf der restlichen Insel sei nichts zu merken», erzählt Sandra Zwahlen, Filialleiterin des Geo-Tours-Reisebüros in Interlaken. Deshalb konnten bereits letzte Woche wieder Buchungen für die Insel vorgenommen werden.
JW/SG



