Wird Fliegen bald wieder zum Luxusgut? (Ausgabe 2008-24)

Die Treibstoffzuschläge folgen dem Ölpreis – auch Swiss verteuert das Fliegen erneut.

Ende Mai erhöhte Swiss die Preise ihrer Flüge ab der Schweiz um
durchschnittlich 2,5%. Obwohl es sich um eine Ticketpreiserhöhung
handelte, begründete die Airline die Anpassung mit dem hohen
Kerosinpreis.

Nur kurz danach, am 6. Juni, folgte bereits die nächste Hiobsbotschaft:
Swiss passt die Treibstoffzuschläge an. Betroffen sind alle Tickets mit
Reiseantritt in der Schweiz, die ab dem 12. Juni, also ab heute,
ausgestellt werden. Weitere Erhöhungen schliesst Swiss nicht aus. Eine
ähnliche Entwicklung ist in der gesamten Flugindus-trie zu beobachten.

Bei einem Hin- und Rückflug in Europa schlägt der Treibstoffzuschlag
bei Swiss nun bereits mit CHF 78 zu Buche, auf der Langstrecke sind es
gar CHF 310. Gleichzeitig überprüfen Airlines weltweit ihre
Streckennetze, reduzieren Kapazitäten oder stellen unrentable
Operationen ein. Zudem rechnet die Flugindustrie damit, dass etliche
Airlines – speziell im Low-Cost- Segment – diesen Kostendruck nicht
überleben und eingehen werden. All dies reduziert das Angebot, was sich
zusätzlich preistreibend auswirken könnte.

Jedenfalls deutet nichts auf eine Entspannung auf dem Treibstoffmarkt
hin. Bereits heute ist für gewisse Bevölkerungskreise, die in den
letzten Jahren aufgrund von Überkapazitäten, des Booms von
Billigairlines und eines moderaten Ölpreises die Freiheit über den
Wolken dank günstigen Flugpreisen geniessen durften, das Fliegen wieder
unerschwinglich geworden. Dieser Kreis wird bei weiter steigenden
Preisen immer grösser.

Das ist weder für die Fluggesellschaften noch für die Reisebranche eine
erfreuliche Perspektive. Es ist durchaus möglich, dass Fliegen wieder
zum Luxusgut werden könnte.