
Am 16. Juni nahm China Eastern ihre neue Route Genf-Shanghai in Betrieb (TRAVEL INSIDE berichtete) – die chinesische Fluggesellschaft mit Sitz in Shanghai will Swiss künftig auch auf deren Paradelinie Zürich-Shanghai matchen.
Die Verbindung war von der Lufthansatochter nach längerer ‘Erholungsphase’ nach der Pandemie wegen der Restriktionen in China erst im Frühjahr 2023 wieder aufgenommen worden.
Swiss fliegt ab 1. Juli täglich mit dem A340-300 in rund 12 Stunden direkt nach Shanghai. Mit Beginn des Winterflugplanes dann ab dem 26. Oktober noch sechsmal wöchentlich (alle Tage ausser Dienstag).
Die Skyteam-Airline China Eastern verbindet ab 26. August die Schweizer Limmatstadt und die Chinesische Metropole an der Mündung des Jangtsekiang am Ostchinesischen Meer dreimal wöchentlich.
Ungleicher Wettbewerb
Die Wettbewerbsbedingungen sind dabei aber ungleich – der Vorteil der Chinesen: Sie dürfen auf der gut 9000 km langen Route den direkteren Weg durch den russischen Luftraum fliegen, die Swiss darf dies hingegen nicht, was als grosser Wettbewerbsnachteil zu taxieren ist.
Durch den geringeren Zeit- und Kerosinverbrauch, sowie kumuliert eingesparte Abnützungs- und Wartungskosten, können die Chinesen günstigere Flugtarife anbieten als die Lufthansa-Tochter und andere europäische Airlines.
Am Swiss-Hauptsitz an der Klotener Obstgartenstrasse dürfte diese Nachricht sicherlich nicht für Erheiterung sorgen, auch wenn man sie gezwungenermassen zur Kenntnis nehmen muss.
Auf Anfrage von TRAVEL INSIDE gibt sich Swiss International Air Lines fokussiert: «Zum Angebot von anderen Airlines äussern wir uns grundsätzlich nicht. Wir konzentrieren uns auf unser eigenes Streckennetz und freuen uns, dass wir unseren Passagieren ab Juli wieder eine tägliche Verbindung zwischen Zürich und Schanghai anbieten können».
Auch die Muttergesellschaft, die deutsche Lufthansa selbst, hat deswegen bereits Abstriche im Sommerflugplan gemacht und die Kadenz ab Frankfurt nach Shanghai reduziert, und das Fluggerät vom B747-Jumbo auf einen A350 geändert.
Mehrere europäische Airlines haben die EU mittlerweile aufgefordert, auf politischer Ebene etwas gegen diesen «unlauteren Wettbewerb» zu unternehmen. (CF)
