
Acht Regionalflugplätze in der Schweiz werden mit insgesamt 30 Millionen Franken von der Schweizer Regierung unterstützt, darunter auch der Flughafen St. Gallen-Altenrhein. Wie verschiedene Medien nun berichten, plant der der Bund, Sparpakete zu schnüren – der Rotstift würde vor allem bei sechs der acht Regionalflugplätzen angesetzt..
Künftig wolle der Bund nur noch die Flugplätze Grenchen und Bern Belp mit insgesamt CHF 5 Mio. unterstützen. An diesen Flugplätzen habe der Bund ein besonderes Interesse aufgrund von Pilotenausbildungen und Staatsflügen, heisst es etwa beim «St. Galler Tagblatt».
Die übrigen Flugplätze – darunter auch Altenrhein – dienen nach Ansicht des Bundes primär «regionalen Interessen». Deshalb sollen diese künftig keinen Anspruch auf Bundesgelder mehr haben. Die dadurch entstehende finanzielle Lücke solle von Flugpassagieren gedeckt werden. Falls das Parlament zustimmen und die Sparmassnahme in Kraft treten sollte, wird die Kürzung im Jahr 2027 erfolgen.
St. Galler Regierung hat Vorstoss eingereicht
Laut der St. Galler Kantonsregierung haben sich sich die Flugsicherungskosten am beliebten Regionalairport direkt am Bodensee in den letzten Jahren auf CHF 3,4 bis 5,3 Mio. belaufen.
Wenn diese Sparmassnahme tatsächlich eintreten sollte, drohe dem Flughafen Altenrhein das Aus, warnt der St. Galler Kantonsrat unter anderem im Blick. Deshalb haben nun die St. Galler FDP, Mitte, EVP und SVP einen gemeinsamen Vorstoss eingereicht.
Der Flughafen St. Gallen-Altenrhein macht sein Geschäft hauptsächlich mit der dort ansässigen Airline People’s, welche mit ihrer einzigen Maschine, einer Embraer 170, täglich Linienflüge nach Wien und vor allem Charterflüge in Ferienorte, vor allem in den Mittelmeerraum, anbietet.
Highlife Reisen und Rhomberg Reisen wären direkt betroffen
Speziell hart treffen würde eine allfällige Schliessung des Airports im Worst Case die beiden Tour Operator Rhomberg Reisen aus Dornbirn in Vorarlberg und Highlife Reisen. Letzterer betreibt am Flughafen Altenrhein sogar seinen Schweizer Hauptsitz mit einem eigenen Büro. Beide Veranstalter eint, dass sie ab Altenrhein mit der People’s-Embraer-Maschine im Vollcharter beliebte Paketreisen anbieten.
«Die geplanten Reisen unserer Kunden sind sicher»
TRAVEL INSIDE hat bei beiden Reiseveranstaltern nachgefragt und sich nach der Gemütslage erkundigt. Michael Nachbaur, CEO von Highlife Reisen, nimmt dazu wie folgt Stellung:

«Als Reiseveranstalter, der Charterflüge ab Altenrhein anbietet, nehmen wir die aktuelle Diskussion um die künftige Streichung von Subventionen für die Flugsicherung mit grosser Aufmerksamkeit wahr. In den Medien wird derzeit der Eindruck erweckt, dass dies eine akute Bedrohung für den Flughafen Altenrhein und alle anderen Regionalflughäfen in der Schweiz darstellt. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine Massnahme, die erst ab 2027 zur Umsetzung kommen soll.
Die Diskussion muss jetzt geführt werden und wir hoffen, dass man dadurch auch erkennt, wie wertvoll und wichtig die regionalen Flughäfen sind. Wir betonen, dass geplante Ferienreisen in diesem Jahr und hoffentlich auch in Zukunft nicht betroffen sind. Unsere gemeinsamen Kunden können ihre Reisen mit der gewohnten Planungssicherheit antreten und es besteht keinerlei Anlass zur Sorge hinsichtlich der Durchführung der gebuchten Flüge.
Der Flughafen Altenrhein und wir setzten darauf, dass Politik und Wirtschaft sowohl in der Schweiz als auch in Vorarlberg den Erhalt dieses wichtigen Standortes unterstützen. Der Flughafen Altenrhein ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region und trägt massgeblich zur Anbindung und Mobilität bei.»
Grosse Pistensanierung in diesem Sommer
In der Wirtschaftsregion Ostschweiz-Vorarlberg erhitzt dieses drohende Ungemach aus Bern die Gemüter, und der Tenor ist einhellig: Man hofft inständig, dass der bei der Bevölkerung sehr beliebte und rege genutzte Airport der kurzen Wege weiterhin im gewohnten Rahmen betrieben werden kann – natürlich auch über 2027 hinaus.
Insbesondere vor dem Kontext, dass diesen Sommer nach die einzige Start- und Landebahn des Flughafens nach 30 Betriebsjahren während mehreren Wochen saniert und für eine Zukunft gerüstet wird. (TI)
