
TUI schliesst das Geschäftsjahr 2020/2021 (bis Ende September) zwar immer noch tief rot, das relativ gute Sommergeschäft hat aber den Verlust im Vergleich zum Vorjahr reduziert. Mit einem nahezu ausgeglichenen vierten Geschäftsquartal 2021 sei ein weiteren Schritt aus der Krise getan, schreibt TUI dazu.
Im 4. Quartal 2021, dem Sommer, erreichte der Konzert beim bereinigten EBIT miteinem Minus von EUR 97 Mio. nahezu den Break-even. Die für den Konzern wichtige und ertragsstarke Sparte TUI Hotels & Resorts sowie die TUI Reiseveranstalter in den Regionen Zentral und West berichteten das erste Mal seit Pandemiebeginn wieder positive bereinigte Quartalsergebnisse. Auch der Cashflow vor Finanzierungstätigkeit war das zweite Quartal in Folge positiv.
Normalisiert in den Sommer 2022
«Das operative Geschäft ist zurück», stellt Fritz Joussen, Vorstandsvorsitzender der TUI Group, fest. Und die Aussichten seien gut. «Das erste Geschäftsquartal 2022 ist mit 93% schon heute nahezu vollständig gebucht. Damit erreichen wir derzeit 69% des Vorkrisenniveaus. Wir gehen davon aus, dass der Sommer 2022 ein weitgehend normalisiertes Buchungsniveau erreichen wird.»
Die Transformation des Konzerns und das globale Effizienzprogramm kämen sehr gut voran. «Wir haben bereits rund 60% der für 2023 angekündigten jährlichen Kosteneinsparungen in Höhe von EUR 400 Mio. in 2021 realisiert. Darüber hinaus haben wir mit erfolgreichen Refinanzierungsmassnahmen unsere Verschuldung verringert, die Bilanz gestärkt und haben eine sehr solide Liquidität.»
Im Gesamtjahr schrieb TUI unter dem Strich einen Nettoverlust von knapp EUR 2,5 Mrd. bei EUR 4,7 Mrd. Erlös. Der Umsatz ging damit um 40% gegenüber dem Geschäftsjahr 2020 zurück. Der Konzernverlust war damals mit EUR 3,1 Mrd. aufgrund der Corona-Krise aber noch höher. Mit Stand 6. Dezember hatte die TUI 3,5 Milliarden Euro finanzielle Mittel zur Verfügung.
Seit dem letzten Buchungsupdate Anfang Oktober 2021 weist TUI mehr als 1,4 Mio. neu eingegangene zusätzliche Buchungen aus. Für den Winter 2021/22 und den Sommer 2022 verzeichnet TUI aktuell 4,1 Mio. Buchungen. Der Konzern plant derzeit für die Kapazität im Winter 2021/22 mit einem Korridor von 60 bis 80% des Vor-Corona-Jahres 2019.
Kunden buchen teurer
Für den Winter und das kommende Jahr zeige sich, dass Urlauber höherwertige Angebote wählten, mehr Pauschalreisen und auch bereit seien, ein grösseres Budget für ihre Ferien einzuplanen. Die Durchschnittspreise lägen um 15% über dem Vorkrisenjahr. Für den vergleichsweise sehr gut gebuchten Sommer 2022 liegen die Durchschnittspreise sogar um 23% höher.
Der Tourismus bleibe langfristig ein starker Wachstumsmarkt. Er profitiere von übergeordneten gesellschaftlichen Trends, die sich in den kommenden Jahren weiter verstärken werden: Die Menschen werden älter, sie sind gesünder und leben bewusster. Viele haben die finanziellen Mittel und entscheiden sich ganz bewusst für das Reisen.
Erlebnisse und Begegnungen seien für viele Menschen zunehmend wichtiger als Eigentum und Besitz. Wann immer Beschränkungen aufgehoben werden, zieht die Nachfrage sofort an. Aktuell buchen die Kunden allerdings später und kurzfristiger.
Ein Lob auf das integrierte Geschäftsmodell
«Die Vorteile unseres integrierten und diversifizierten Geschäftsmodells zeigen sich insbesondere jetzt, da wir schnell auf sich verändernde Marktbedingungen reagieren können», meint TUI-Chef Joussen. TUI könne das wie kein anderer in der Industrie leisten, da alle Stufen der Wertschöpfungskette einer Reise im eigenen Haus seien.
«So können wir schnelle und abgestimmte Entscheidungen treffen: wenn wir unsere Hotels in einer Region wieder öffnen, stellen wir den Flugplan auf, haben die Flugzeuge, um das Ziel anzufliegen und die Teams vor Ort, um die Gäste zu betreuen», so Joussen. Für den Konzern sei das wirtschaftlich effizient. (TI)
