Petra Hubler-Schäfer, Inhaberin El Travel, Solothurn

«Kataloge in oder out? Diese Frage muss ich mir öfters stellen. Spannend ist es auch, unsere Kunden dazu zu befragen. Das tun wir immer wieder, um den Puls zu fühlen. Es ist schon lustig! Die Reisebüros werden schon lange totgeredet und doch sind sie da und geben einen Mehrwert. So ist es auch mit den Katalogen. Ich sehe da Parallelen.
Ich bin ganz klar für Kataloge. Nach einer professionellen Bedürfnisanalyse mit dem Kunden, können wir ihm so exakt den passenden «Hut» verpassen. Wir wählen DEN Reiseveranstalter und wir wissen, warum wir gerade diesen wählen.
Bei individuellen Reisen ist der Katalog äusserst passend. Bei Badeferien ist es etwas anders. Da geht einiges online. Dennoch ist es schön einen Prospekt zu haben. Die Kunden freuen sich immer wieder, wenn sie ihr Hotel ansehen können, ohne den PC auf dem Sofa hochfahren zu müssen. Ein Katalog oder Prospekt ist dafür eine informative visuelle Begleitung.
Wir wollen aber nicht nur Bilder sehen! Wir wollen Kartenausschnitte, Klimatabellen, Routenbeschreibung in Basic Form, Hotelbeschriebe, Ab-Preise, Kurzinfos wie kinderfreundlich, Adults only, nahe am Strand usw. Das alles sind zeitsparende und wichtige Informationen.
Der Katalog ist ein wichtiges Hilfsmittel, um rasch sehr breit an Informationen zu kommen. So wie bei Travelhouse, Asia365, Tourasia, Studiosus usw., um nur einige zu nennen. Gerade Studiosus – top in seiner Beschreibung. Gerade bei individuellen Reisen und Rundreisen ist es sehr hilfreich, wenn die Kataloge Fleisch am Knochen haben.
Selbstverständlich muss auch die Katalogbestellung gut durchdacht sein. Wir arbeiten schon lange bewusst im Umgang mit Altpapier und haben nur noch einen kleinen Anteil davon. Das ist für mich aber kein Argument gegen Kataloge. Ebenso auch nicht, dass die Kunden nur noch online sein wollen.
Die Aussage, wie übrigens in vielen Branchen, dass die Dienstleistungen auf die Kundenbedürfnisse angepasst wurden, stimmt leider nicht. Die Wünsche der Kunden sind sehr verschieden und diese gilt es nicht zu werten, sondern sie zu verstehen und umzusetzen.
Heute heisst die Devise ‘Tu es selber’
- Online Check-in
- Sitzplätze buchen
- Prospekt – schau in Dir im PC an
- Zahlungen – sorry nur noch QR code und online
- SBB Bahnbillett – Schalter werden abgeschafft
- Apps, damit der Transfer im Gastland abgelesen werden kann
- usw – dabei wollen die Kunden einfach in die Ferien
Natürlich sind wir alles IT-Freaks und das macht gewissen Menschen auch Spass. Ich möchte aber beispielsweise auch nicht immer alles selber tun. Falls ich dadurch zum Dinosaurier mutiere, dann naja, ist es halt so. Doch bin ich der Ansicht, es braucht in einem gesunden Verhältnis Platz für Dinos und Freaks.
Genau so arbeiten wir bei mir im El Travel. Ausgrenzungen dürfen nicht gemacht werden und die Vertragspartner sollen uns dabei unterstützen.»
