Die kontroverse Diskussion zum Thema Nachtflugverbot nach dem Statement von Hans Wiesner geht in die nächste Runde.
Barbara Wohlfarth, Reisecocktail

©TRAVEL INSIDE
«Bei der Diskussion über Nachtflüge sollten wir die Fakten nicht ausser Acht lassen. Der Flughafen Zürich hat 2023 sein 75-jähriges Bestehen gefeiert. Aus meiner Sicht ist es schwierig, ernsthaft über Fluglärm zu klagen, wenn man jünger als 87 Jahre alt ist – schliesslich wusste man beim Umzug in die Flughafenregion, worauf man sich einlässt.
Diese Region war lange Zeit attraktiv durch günstige Miet- und Eigentumspreise, was viele bewusst in Kauf genommen haben. Das Nachtflugverbot am Flughafen Zürich gibt es in der heutigen Form erst seit 2010. Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, wie man sich darüber beklagen kann, wenn man freiwillig in diese Gegend gezogen ist, dass sich Pistennutzungen ändern, damit musste man rechnen.
Ich selbst wohne in der Einflugschneise des Flughafens Köln, der einen 24-Stunden-Betrieb hat, mit einem hohen Anteil an Frachtflügen, gerade nach Mitternacht. Bis vor Kurzem startete dort auch noch regelmässig eine MD-11 mitten in der Nacht.
Trotzdem kommt es mir nicht in den Sinn, gegen den Flughafen zu reklamieren, den der Flughafen war zuerst. Vielleicht müsste man einfach mal ein Nostalgiewochenende am Flughafen Zürich durchführen und die Uralten B727, B757-200 und 767 starten lassen, dann würden viele sich wieder über die ruhigen modernen Jets freuen.
Der Flughafen Zürich ist keineswegs untätig und hat beim BAZL ein Gesuch eingereicht, um die Lärmgebühren zu erhöhen. Ziel ist es, den Betrieb mit noch moderneren und leiseren Flugzeugen zu fördern.»
