Peter Schild-Scheucher, Touristiker & Erwachsenenbildner, Ex Mitglied der GL Sierramar (Travelhouse), 8340 Hinwil ZH
«Kommentarverfasser Gerhard Daetwyler vermutet, dass sich die Grafiker*innen beim neuen Travelhouse ‘Travelbook’ ein unnützes und teures Denkmal gesetzt hätten.
Ich vermute etwas ganz anderes: Hier waren die ‘Marketingprofis’ (ja, in Anführungszeichen) am Werk. Die kommen von der Hochschule, haben wenig bis keinen professionellen Bezug zum Outgoing-Tourismus und noch weniger von Margendruck oder Wertschöpfung. Sie kreieren – Auftrag ist Auftrag – nun neue Konzepte auf Gedeih und Verderb. Man will seinen teuren Lohn ja auch wert sein.
Die Verkaufs- und Präsentationskonzepte im Outgoing-Tourismus sind aber bereits auf breiter Linie, man verzeihe den Ausdruck, ‘ausgelutscht’. Hier wird nun aber versucht, das Ei neu zu erfinden. Wer ist denn eigentlich die Zielgruppe solcher Travelbooks?
Vergegenwärtigen wir uns, dass 15% aller Bewohner*innen dieses Landes sich schon gar keine Auslandferien leisten können und dass sie sich weitere 20% ihre Ferien vom Munde absparen. So liegt der Schluss nahe, dass das kaufkräftigste Drittel angesprochen sein soll.
Diese Leute brauchen keine Entscheidungsfindung mit Fotomagazinen, sondern haben oft bereits eine Idee, wohin und in welcher Form es gehen soll. Sie benötigen aber konkrete Beratung und Detailinformationen, welche sie im Reisebüro auch erhalten. Genau diese Detailinformationen liefern solche Travelbooks nicht.
Die Reisebüroangestellten werden sich diese künftig in mühsamer Arbeit von irgendwoher ‘zusammenbrösmeln’ müssen. Hotelplan hätte sich das viele Geld für dieses völlig unnütze Konzept sparen können, denn wer schöne Magazine betrachten will, geht an den Kiosk und kauft sich ein Geo Special oder ein National Geographic. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich teile Gerhard Daetwylers träfen Kommentar: So en Seich.»
